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Tiere

Schäfer fordern Jagd auf Wölfe

Der beste Schutz der Schafe vor dem Raubtier sei der Abschuss, sagt der Verband. Sonst komme das Aus für viele Herden.

02.01.2017
  • LSW

Karlsruhe. Die Geschäftsführerin des Landesschafzuchtverbandes Annette Wohlfahrt rechnet mit einem weiteren drastischen Rückgang der Schäferei im Land, wenn der Wolf in Baden-Württemberg wieder heimisch wird. „Mindestens 30 Prozent der Schäfer werden dann aufgeben müssen“, sagte sie. Die angedachten Maßnahmen wie etwa wolfssichere Elektrozäune seien zum Schutz der Herden vor dem Raubtier nicht hinreichend. Sie forderte, dass der Wolf ins Jagdgesetz aufgenommen wird. „Am besten wäre es, der Wolf würde bejagt. Der hat ja völlige Narrenfreiheit“, sagte sie. „Und am allerbesten wäre es, der Wolf kommt gar nicht.“

Gleichzeitig sprach Wohlfahrt sich für eine Verlängerung des auf zwei Jahre angelegten Projektes zum Herdenschutz aus, bei dem Zäune getestet und mit speziellen Hunden gearbeitet wird. „Eine Verlängerung wäre dringend geboten, weil wir mehr als einen Jahreszeitenwechsel brauchen, um die Zäune richtig zu testen“, sagte sie. Es sei aber schwierig, das Geld aufzutreiben.

„Herdenschutz hilft nicht“

Das Projekt mit Schutzzäunen und Hunden läuft noch bis Herbst 2017. „Sollte sich dann zeigen, dass es noch ungeklärte Fragen geben sollten, würden wir uns der Diskussion über eine mögliche Verlängerung des Projektes sicherlich nicht verschließen, sagte dazu ein Sprecher des zuständigen Umweltministeriums. Dass die Schafe tatsächlich wirksam geschützt werden können, bezweifelte Wohlfahrt. „Herdenschutz in dem Sinne gibt es nicht. Wenn der Wolf will, kommt er überall hin“, sagte die Geschäftsführerin des Schafzuchtverbands.

Im Südwesten gibt es derzeit noch rund 140 hauptamtliche Schäfer. Insgesamt werden nach den Zahlen des Statistischen Landesamts rund 216 500 Schafe im Land gehalten. Nachwuchs für den Schäferberuf ist Mangelware; viele der jetzigen Schäfer sind schon nahe der Rente. Allein in den letzten zehn Jahren gaben nach Wohlfahrts Angaben rund 30 Prozent der Schäfer auf.

Der Naturschutzexperte der Grünen-Landtagsfraktion, Markus Rösler, unterstrich die Bedeutung der Schäferei. Sie sei wichtig für Naturschutz, Tourismus und regionale Wertschöpfung in Baden-Württemberg. Man müsse tatsächlich davon ausgehen, dass Wölfe auftauchen und sich auch von alleine ansiedeln werden. „Von völliger Narrenfreiheit des Wolfes kann aber kein Rede sein“, teilte Rösler mit. Es bestehe die Möglichkeit, in begründeten Fällen beispielsweise gefährliche oder tollwütige Wölfe abzuschießen. „Die Forderung nach einer Aufnahme des Wolfes ins Jagdgesetz halten wir für unbegründet“, sagte Rösler. dpa

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02.01.2017, 06:00 Uhr

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