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Krieg in Syrien und Auswirkungen auf Tübingen

Schändliche Strategie

Der erbitterte Kampf in Syrien bereitet auch Tübinger Kurden und Türken Sorgen (Bericht „Hoffen und Bangen“, 10. Oktober).

15.10.2014

Und nun Herr Rosemann? Sie haben Waffenlieferungen an „die Kurden“ zugestimmt, damit sich diese gegen die Terrorgruppen der ISIS zu Wehr setzen können. Waffen für die Kurden? Nein, nicht für „die Kurden“, sondern nur für die kurdische konservativ-feudale Kurdenpartei um Barsani im Nordirak. Diejenigen Kurden, die vor Wochen die Jesiden zu Hunderttausenden aus den Fängen der ISIS rausgehauen haben, gehen leer aus. Sie werden vom westlichen Bündnispartner Türkei sogar aktiv daran gehindert, den Verteidigern von Kobane zu Hilfe zu kommen. Sogar eingesperrt. Und die Türkei hat bei Kobane die Grenzen dicht gemacht, während anderswo die ISIS ein und aus spazieren, Öl in die Türkei verschoben wird und sogar Waffen geliefert werden.

Die Türkei paktiert mit den Terroristen, denn in zwei ihrer Hauptziele ist ihre Strategie identisch: der kurdischen PKK im syrischen Grenzland die Rekrutierungsbasis zu zerstören und Assad in Syrien zu vertreiben. Und die Türkei hofft, damit ihren politischen Einfluss in Syrien und im Irak auszuweiten. Das ist eine schändliche und hinterhältige Strategie. Und Ihre SPD, und ihr Koalitionspartner CDU schweigen dazu?

Erinnern wir uns: wie die USA gemeinsam mit den Saudis in Afghanistan in den 70ern Al Kaida gegen die Russen in Stellung gebracht haben, so ist auch die ISIS ein Kind des verlogenen Krieges der USA und Ihres Bündnisses der Willigen. In Syrien wurde die ISIS gegen Assad durch Gelder aus Katar, Saudi-Arabien und Waffen aus den USA großgemacht. Und jetzt wird man die Geister nicht mehr los.

Rolf Mattmüller, Tübingen

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15.10.2014, 12:00 Uhr

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