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Berlin

Schatten auf dem Richtfest

Projekt der Stiftung Flucht und Vertreibung in Berlin wird deutlich teurer als geplant und viel später fertig.

18.10.2016
  • GUNTHER HARTWIG

Berlin. Auf das Richtfest für das Dokumentationszentrum der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung fiel ein Schatten: Der Umbau des Deutschlandhauses und der Erweiterungsneubau kosten statt der geplanten 37,6 Millionen Euro wohl eher 53 Millionen Euro, und die für dieses Jahr in Aussicht gestellte Schlüsselübergabe kann wahrscheinlich erst 2018 erfolgen.

Kostenexplosion und Verzögerung passen nicht nur ins Bild anderer öffentlicher Bauten in der Hauptstadt. Von Anfang an hatte das Projekt mit Problemen zu kämpfen. Erst gab es Streit um das Konzept für die Erinnerung an Flucht und Vertreibung während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Dann wurde der erste Stiftungsdirektor Manfred Kittel geschasst, und schließlich ist man bei der Suche nach einem polnischen Vertreter im wissenschaftlichen Beraterkreis immer noch nicht fündig geworden.

Trotz dieser Misshelligkeiten lobte Kulturstaatsministerin Monika Grütters den Rohbau des Dokumentationszentrums am Montag vor geladenen Gästen als Meilenstein. Die CDU-Politikerin wies darauf hin, dass die zusätzlichen Kosten nicht auf Änderungswünsche der Stiftung zurückgingen. Von Seiten des zuständigen Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung hieß es, Baugrund und Baubestand steckten „voller Überraschungen“.

Grütters erklärte, wichtig sei, dass das Zentrum „im Geist der Versöhnung ein sichtbares Zeichen der Erinnerung an Flucht und Vertreibung“ setze. Das Deutschlandhaus und der moderne Anbau nach Plänen des österreichischen Architekten Stefan Marte liegen in unmittelbarer Nachbarschaft zum Europahaus, dem Sitz des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zum Martin-Gropius-Bau und zur Gedenkstätte Topographie des Terrors.

Die neue Stiftungsdirektorin Gundula Bavendamm betonte, dass die künftige Ausstellung nicht nur das Schicksal der bis zu 14 Millionen Heimatvertriebenen und Flüchtlinge des Zweiten Weltkriegs dokumentieren, sondern auch den Zusammenhang mit der globalen Zwangsmigration dieser Zeit deutlich machen solle: „Wir verbinden das Historische mit den Fragen, die uns heute beschäftigen.“

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18.10.2016, 06:00 Uhr

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