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Kunst

Schauatelier in der Staatsgalerie

Das Stuttgarter Museum bleibt in seinem 175. Jahr auf seine Kernaufgaben konzentriert.

10.03.2018
  • LGH

Stuttgart. Wenn es Menschen gibt, die „mit Geduld und Spucke“ arbeiten, dann sind es Restauratoren. Ja wirklich, Spucke sei ein gutes Mittel für die Reinigung, erklärt Christiane Lange. Schon wieder was gelernt im Museum, und so versteht die Staatsgalerie-Direktorin diese Institution ja auch: ganz klassisch als Ort des Sammelns, Forschens und Bewahrens. Und des Vermittelns all dieser Tätigkeiten.

Was das Vermitteln angeht, stehen die Museen unter einem gewissen Druck, und so hat man sich in der Staatsgalerie etwas Neues, deutschlandweit wohl Einmaliges ausgedacht. Von Montag an können Besucher die Restauratoren in einem Schauatelier bei der Arbeit beobachten. Während der Öffnungszeiten des Hauses wird man einen Mitarbeiter im Staib-Bau hinter einer Glaswand am Werk sehen. Möglich wurde das Atelier mit seiner neuen Einrichtung dank der Wüstenrot-Stiftung, das erste Objekt in Arbeit ist Wilhelm Lehmbrucks „Große Sinnende“.

Erstaunliche Ergebnisse

Bei dieser Figur zum Beispiel gelte es herauszufinden, „aus welchem Material ist die Skulptur?“, sagt die Museumsdirektorin. Bis zum September will man mehr über die Verwendung von Materialien bei diesem Bildhauer wissen, dann beginnt die große Lehmbruck-Ausstellung, die aus der Forschung heraus entwickelt wird und wiederum auf das Sammeln zurückgeht. Zuletzt ist es der Staatsgalerie gelungen, ein Konvolut von Werken zu erwerben, das bisher als Leihgabe am Haus war.

Erstaunliche Erkenntnisse aus einem Forschungsprojekt wird ab 29. Juni auch die Schau über die „unbekannte Sammlung“ zu Ernst Ludwig Kirchner präsentieren, zu der ein 1957 erworbener Bestand von 143 Papierarbeiten gehört. Dessen Herkunft aus einer „Sammlung Dr. Gervais Zürich/Lyon“ war lange ein Rätsel. Handelte es sich um NS-Raubkunst? Für diesmal gibt es Entwarnung, „ein Erleichterungsseufzer ging durch die deutschen Museen“, sagt Lange. Wie die Provenienzforscherin herausfand, war die Sammlung eine Erfindung des Kirchner-Schülers Christian Laely, um die Werke nach dem Krieg leichter nach Deutschland verkaufen zu können.

Neben der ganzen Arbeit soll auch gefeiert werden. Von 1. Mai an zelebriert die Staatsgalerie mit der Ausstellung „#meinmuseum“ ihr 175-jähriges Bestehen. Was die Staatsgalerie sich von ihren Besuchern wünscht? Bilder natürlich. Besonders sehnlich eines des Barockmalers Filippo Falciatore, das momentan noch leihweise da ist. Wer seinem Museum eine Freude machen will, ist also herzlich eingeladen zu spenden. lgh

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10.03.2018, 06:00 Uhr

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