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Pflege

Scheint mausetot

Hier geht es um die Situation in der Pflege.

30.07.2015

Absurdistan! In deutschen Krankenhäusern fehlen über 160 000 Personalstellen. Über 70 000 davon allein im Pflegebereich. Im Juni streikten Pfleger/innen an der Charité erstmalig zehn Tage lang für mehr Mitarbeiter/innen. Berlin ist überall, auch in Tübingen.

Unterversorgung von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung ist in unserem reichen Land leider zum Alltag geworden zu sein. Wechseldruckmatratze, Fixation oder Psychopharmaka statt Bewegungsförderung, Inkontinenzhose statt Toilettengang, Ernährungspumpe statt Zeit fürs Essenreichen ist der gravierenden Unterbesetzung in den Einrichtungen geschuldet. „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Gilt das auch für Pflegebedürftige? Dies lässt der VdK gerade anhand einer Verfassungsklage klären.

Wie agiert die GroKo? Mit sogenannten „Pflegestärkungsgesetzen“, die die Situation von uns Leistungserbringern nicht wirklich verbessern. Was hören wir von Politikern, Vorständen, Gesundheitsmanagern und Kirchen: überwiegend Schweigen.

Das Bündnis für gute Pflege aus Gewerkschaften, Berufsverbänden, Klinikvorständen, Klinikseelsorge, Sozialforum und Patientenberatung, das noch 2008 eine Demonstration in Tübingen unter dem Motto „Es geht bergab, wann geht es bergauf?“ durchgeführt hat, scheint mausetot zu sein.

In der Bevölkerung gibt es ein gewisses Problembewusstsein, allerdings auch Hilflosigkeit darüber, wie eine Änderung möglich wäre.

Managementkonzepte aus dem letzten Jahrtausend haben Hochkonjunktur! In diesem Sinne: Vorwärts in die Vergangenheit!

Thomas Sautter-Strelczuk, Entringen

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Erstellt:
30. Juli 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
30. Juli 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2015, 12:00 Uhr

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