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Andrang aufs Mittagessen

Schichtbetrieb in der Mensa der Ofterdinger Burghofschule

Nicht weniger als 165 Mittagessen verlassen dienstags die Mensaküche der Burghofschule. Aber nur für hundert Schüler wurde die Mensa gebaut. Deshalb essen die Kinder und Jugendlichen in zwei Schichten – dann finden alle Platz.

27.11.2012
  • Susanne Wiedmann

Ofterdingen. Erstaunlich, wie ruhig es ist! Als hätte man ein gepflegtes Speiselokal betreten. Nur ein leises Stimmengewirr. Obwohl alle Stühle in der Mensa besetzt sind. Es ist Dienstag. Der Tag, an dem in der Mensa die meisten Burghofschüler essen: 165 von 271. Fast so viele sind es donnerstags. Deshalb wird an beiden Tagen in zwei Schichten gekocht. Von 12 bis 12.40 Uhr stillen die Erst-und Zweitklässler ihren Hunger, auch die Acht- und Neuntklässler. Um 12.50 Uhr rücken die Dritt- und Viertklässler und die Schüler der fünften, sechsten, siebten Klassen an. Dazwischen räumen die Schüler der ersten Schicht ihre Teller ab und die Werkrealschüler decken frisch ein.

Heute werden Tortellini und Salat serviert. Eine Heilbronner Firma lieferte die Pasta. Ein Tübinger Obst- und Gemüsehändler brachte den Salat. Er wird frisch in der Mensaküche zubereitet. Und die warmen Gerichte „vitaminschonend im Konvektomat gegart“, erklärt Ute Heß, Vorsitzende des Freundeskreises der Burghofschule. Der Verein ist Träger der Ganztagesbetreuung an der Ofterdinger Schule. Er hat den Koch und die beiden Küchenkräfte angestellt.

Als vor zwei Jahren die Mensa gebaut wurde, konnte niemand ahnen, dass der Andrang eines Tages so groß sein würde. Anfangs wurden 75 Essen zubereitet. Aber mit dem Angebot stieg die Nachfrage. Und zwar ziemlich schnell.

Jeder Schüler hat einen festen Platz in einer Tischgruppe, zu der ebenso ein Tischpate gehört – Lehrer oder Lehrerin, Erzieherin, Referendare, Praktikanten oder Neuntklässler. Zilan Kazan sitzt bereits seit einem Jahr als Patin bei den Grundschülern mit am Mittagstisch. „Die Kleinen lieben das“, sagt Rektorin Ursula Kasper. Ihre vierwöchige Probezeit hat die Neuntklässlerin längst hinter sich. „Sie hat sich Respekt verschafft, hat Verantwortungsbewusstsein und soziale Kompetenz“, sagt Ute Heß erfreut. Und Zilan Kazan fügt hinzu: „Es macht viel Spaß.“ Jedenfalls sei es nicht schwierig gewesen, die Grundschüler zu bändigen.

Die Kinder sollen sich beim gemeinsamen Mittagessen angenehm und entspannt unterhalten. Zunächst ihre Mützen von den Köpfen ziehen. Nur so viel schöpfen, dass für andere Schüler genug übrig bleibt. Warten, bis alle etwas auf dem Teller haben. Und sich anschließend einen guten Appetit wünschen. Dann aber geht es los.

„Der Umgang miteinander ist sehr schön“, sagt Kasper. Und sie sagt auch: „Er muss aber gelernt werden.“ Lisa isst montags, dienstags und donnerstags in der Mensa und findet es klasse. Obwohl die Jungs manchmal ein bisschen wild seien. „Es schmeckt gut. Am besten sind die Maultaschen.“ Neben den Spitzentagen versammeln sich montags 42 Schüler in der Mensa, mittwochs 71 und freitags 36.

Im Vereinszimmer der Mehrzweckhalle konnten die Burghofschüler zwischen 2006 und 2010 bereits zu Mittag essen. Damals waren es immerhin 70 Schüler.

Kalle und seine Freunde aus der fünften Klasse bleiben meist vier Mal pro Woche ganztags in der Schule. Und auch sie schwärmen von den Maultaschen. „Mir gefällt es, mit den anderen zu essen“, sagt der Zehnjährige. „Das ist cooler als Zuhause.“ Weil sie immer ein gutes Gesprächsthema hätten. Pascal verkündet: „Wir sprechen über Computerspiele.“ Und Kalle sagt: „Aber nicht über Mädchen.“ Warum nicht? „Mädchen sind langweilig.“ Dafür unterhalten diese sich am Nachbartisch über Fußball. Und manchmal auch über Jungs. „Der ist voll süß!“, hört Zilan Kazan ab und an als Tischpatin.

Wenn sie nicht gerade den Obstteller zum Dessert vorbereitet. Große geflochtene Körbe sind in der Mensa aufgestellt, gefüllt mit Obst: Mandarinen, Bananen, Äpfel, Ananas. Nichts als Obst. Nichts Süßes. Und getrunken wird nichts als Wasser. Entweder greifen die Schüler zu den Karaffen auf den Tischen oder zapfen an vier Wasserspendern, die im Schulhaus aufgestellt sind.

Schichtbetrieb in der Mensa der Ofterdinger Burghofschule
Mittagessen in der Ofterdinger Schulmensa – mit Tortellini, Salat und den erwachsenen Tischpaten.

Die Ofterdinger Burghofschule hat sich in den vergangenen Jahren zur offenen Ganztagsschule entwickelt. Die Schulgebäude wurden saniert und erweitert. Eine Mensa wurde angebaut. Das Mittagessen kostet 3,10 Euro, für Bedürftige einen Euro. Von den derzeit 271 Schülern besuchen 172 Kinder die Grundschule und 99 die Werkrealschule. Das „gute Miteinander“ wurde als pädagogisches Leitbild der Schule gewählt.

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27.11.2012, 12:00 Uhr

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