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„Schläge im Interesse des IS“
Der Zerstörer USS Porter schießt Raketen in Richtung des syrischen Armeestützpunkts Scharyat . Foto: dpa
US-Rakentenangriff

„Schläge im Interesse des IS“

08.04.2017
  • STEFAN SCHOLL

Moskau. Russland reagierte mit harten Worten auf Trumps Raketenangriff, nicht mit Taten. Der Angriff kommt für den Kreml sehr ungelegen. Sergei Lawrow demonstrierte schlechte Laune, aber diplomatisch gedämpft. „Es betrübt, dass das alles den schon so zerrütteten Beziehungen zwischen Russland und den USA schadet“, sagte der russische Außenminister vor Journalisten. „Ich hoffe, diese Provokationen schaffen keine unumkehrbaren Resultate.“

Das offizielle Moskau antwortete verärgert bis wütend auf den amerikanischen Angriff gegen Syrien. Lawrow und Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichneten den Militärschlag als grobe Verletzung internationalen Rechts, als Ablenkungsmanöver von den Verlusten unter den Zivilisten bei den Kämpfen im Irak und als Unterstützung für die islamischen Terroristen. „Die Schläge wurde faktisch im Interesse des IS (Islamischer Staat) und anderer terroristischer Organisationen geführt“, sagte Peskow.

Vorab informiert

Wladimir Putin rief seinen Sicherheitsrat zusammen. „Ein Akt der Aggression“, ließ er hinterher verlauten. Allerdings hielt sich der Kreml mit Taten zurück. Das russische Außenministerium kündigte eine Vereinbarung mit den USA über die Vermeidung von Zwischenfällen im syrischen Luftraum auf. Peskow bestätigte, die USA hätten die russische Seite vor dem Raketenschlag informiert. Das russische Verteidigungsministerium versprach, man werde die syrische Luftabwehr verstärken. „Wir hätten die Tomahawk-Raketen stoppen können“, sagt der Moskauer Militärexperte Viktor Litowkin unserer Zeitung. „Aber diese Aufgabe stellt sich Russland nicht“. Sich gegenseitig Raketen abzuschießen, bedeute vielleicht schon den Beginn eines Krieges zwischen den Weltmächten. Das russische Verteidigungsministerium versicherte, nur 26 der 59 US-Raketen hätten den syrischen Flughafen erreicht.

Trump schwingt den Hammer in einem für Russland ungünstigen Moment. Erst am Vorabend erklärte Kremlsprecher Peskow mit Blick auf Syriens Machthaber Assad, man unterstütze niemanden bedingungslos. „Russland würde gern seine Syrienpolitik ändern“, sagt Experte Schumilin. „Außer Assad ist es auch mit dem Iran unzufrieden.“ Es gäbe Informationen, der Iran habe den Giftgasangriff organisiert, um Russland und die USA weiter zu entzweien. Kommenden Mittwoch kommt US-Außenminister Rex Tillerson nach Moskau. „Offenbar diente der Raketenangriff, um vorher den Verhandlungsrahmen abzustecken“, sagt der Moskauer Politologe Alexei Muchin. Stefan Scholl

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08.04.2017, 06:00 Uhr

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