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Hintergrund

Schlag für von der Leyen

Normalerweise ist die Besetzung von Staatssekretärsposten eher etwas für politische Insider. Doch mit dieser Personalie aus der Führungsetage des Verteidigungsministeriums verhält es sich anders. Der Abgang von Katrin Suder aus dem Haus von Ursula von der Leyen (CDU) ist spektakulär.

14.03.2018

Von ELLEN HASENKAMP

Katrin Suder gibt ihren Posten als Staatssekretärin ab. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Berlin. Auch wenn das Ministerium es noch nicht offiziell bestätigen mag: Die 46 Jahre alte Staatssekretärin, Physikerin und Beauftragte für die Großbaustelle Rüstung, verlässt ihren Posten.

Für Ministerin von der Leyen ist das ein Schlag, wenn auch einer, mit dem sie rechnen musste. Sie hatte die Frau mit der kantigen Brille 2014 von der Unternehmensberatung McKinsey abgeworben – und damit einen Coup gelandet. Suders Kampfauftrag lautete, das Beschaffungswesen auf Vordermann zu bringen. Sie sollte dafür sorgen, dass neues Gerät nicht immer teurer wird und zugleich immer weniger kann als vereinbart. Suder, die Top-Managerin aus der Top-Firma, sollte Waffengleichheit herstellen zwischen Truppe und Industrie.

System eingezogen

Tatsächlich hat die Staatssekretärin mit ihrer zupackenden und begeisterungsfähigen Art einiges erreicht. Sie zog ein System ein in das über Jahre völlig undurchschaubar gewordene Rüstungsgeflecht. Aushalten mussten Suder und mit ihr auch von der Leyen, dass die neue Transparenz erst einmal schonungslos Lücken und Milliardenrisiken aufdeckte.

Sechs von sechs U-Booten außer Betrieb, zeitweise alle 14 Flieger vom Typ A-400-M am Boden, nur neun statt planmäßig 15 Fregatten in Dienst – solche Schreckensmeldungen wie die des Wehrbeauftragten konnte auch Suder noch nicht abstellen. Sie verstand sich als diejenige, die den Boden für künftige Erfolge bereitet. Sie selbst will sich Medienberichten zufolge nun erst einmal mehr um die Familie kümmern. Zuletzt pendelte die Staatssekretärin zwischen Berlin und Hamburg, wo ihre Frau und die drei Kinder leben. Das jüngste bekam Suder vor eineinhalb Jahren.

Suders Abgang ist nicht die einzige Veränderung in von der Leyens Haus. Auch die beiden parlamentarischen Staatssekretäre gehen. Es kommen dafür zwei Neue dazu: Thomas Silberhorn (CSU) aus dem Entwicklungsressort und Peter Tauber (CDU) – der frühere Generalsekretär der CDU. Ellen Hasenkamp

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Erstellt:
14. März 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
14. März 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. März 2018, 06:00 Uhr

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