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Glosse

Schlagloch vor Recht

Wer den Schaden hat, bekommt schnell auch noch den Ärger dazu.

16.03.2018

Von PHILIPP KOEBNIK

Ein tiefes, großes Schlagloch kann Radfahrer auch mal zu Fall bringen. Foto: Jens Büttner/dpa

In der südrussischen Großstadt Pensa hatte kürzlich ein junger Mann einen kleinen Unfall. Nun ja, es hätte viel schlimmer ausgehen können.

Andrej Chikin, so heißt der Mann, fuhr mit seinem Fahrrad auf einer verschneiten Straße entlang und krachte – es war einfach nicht zu sehen – in ein heimtückisch mit Schnee bedecktes Schlagloch. Er selbst kam glücklicherweise mit Prellungen davon, aber sein Drahtesel war hinüber.

Chikin beschwerte sich bei der Verkehrspolizei. Die aber machte sich nicht daran, den Gefahrenherd schnellstens zu beseitigen, sondern verlangte von dem Mann eine Geldbuße – wegen Beschädigung des Schlaglochs. Wie kann der Mann sich auch unterstehen, da einfach drüberzufahren, um durch sein Missgeschick eventuell den Ruf der Stadt und ihrer Organe zu schädigen. Wenn man das einmal durchgehen lässt, gibt es schnell kein Halten mehr.

Nun ja, für solche Fälle gibt es ja das Internet. Chikin stellte den Vorgang ins Netz, samt Foto des von ihm angeblich beschädigten Schlaglochs. Das Echo kann man sich vorstellen. Jedenfalls zeigte die Polizei ein Einsehen, zog den Strafbescheid zurück und beließ es bei einer verbalen Rüge. Der Sturz war nur noch ein geringfügiges Vergehen. Väterchen Staat ist gnädig und hat inzwischen sogar das Schlagloch reparieren lassen.

Philipp Koebnik

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Erstellt:
16. März 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
16. März 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. März 2018, 06:00 Uhr

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