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Schnauze mit Sexappeal
Ina Müller fühlt sich auf der Theke ihrer TV-Kneipe „Zum Schellfischposten“ offensichtlich sehr wohl. Foto: © NDR/Morris Mac Matzen,
Fernsehen

Schnauze mit Sexappeal

Seit zehn Jahren lassen sich Prominente in Ina Müllers Talkshow „Inas Nacht“ mit frechen Fragen quälen. Die ARD sendet jetzt ein „Best of“.

19.01.2017
  • MARTIN WEBER

Hamburg. Den Schauspieler Volker Lechtenbrink fragte sie frech, ob er schon mal einen Porno synchronisiert habe (Antwort: „Ja“), dem Fernsehkommissar Axel Prahl bescheinigte sie grinsend eine gewisse Bräsigkeit, den Ex-Fußballer Mehmet Scholl sprach sie auf seine großen Schneidezähne an und Margarethe Schreinemakers fragte sie, ob sie schon einmal von einer Frau angebaggert worden sei, was diese bejahte. Ina Müller nimmt in ihrer Kult-Talkshow „Inas Nacht“ kein Blatt vor den Mund, und das seit zehn Jahren, und deshalb wiederholt die ARD zwölf legendäre Sendungen.

„Singen und Sabbeln“, so beschreibt die 51-jährige Ina Müller ihr Erfolgsrezept. Gerne kokettiert sie mit ihrem Sexappeal: Wenn sie in ihrer Talkshow die in engen Leoparden-Leggings steckenden Beine über den Tresen schwingt, johlen die Kneipengäste begeistert.

Seit Sommer 2007, als „Inas Nacht“ auf Sendung ging, müssen Stars unter anderem Publikumsfragen beantworten, die auf Bierdeckeln eingereicht werden. Wenn die „Tagesschau“-Lady Linda Zervakis da gefragt wird, ob sie schon mal mit Kater moderiert habe (Antwort: „Ja“), ist das noch harmlos. „Tatort“-Star Oliver Mommsen musste sich frei nach dem Motto „Immer schön auf die Zwölf“ von einer heiser lachenden Ina Müller anhören, er gehe locker als Kokser durch.

Nachdem die schräge Show zwei Jahre lang nur im NDR-Fernsehen zu sehen war, wanderte sie Ende 2009 ins Erste. In mehr als hundert Ausgaben fühlte Ina Müller Promis auf den Zahn und sang mit vielen ein Duett, denn Musik ist der Moderatorin und Sängerin wichtig. Deshalb auch der Shanty-Chor „Tampentrekker“, der vor dem „Schellfischposten“ auf seinen Einsatz wartet und die Talkshow mit kernigem Männergesang bereichert.

Ina Müller selber hat zahlreiche Alben veröffentlicht. Einige waren enorm erfolgreich. Sie ist schon mehrmals mit dem begehrten Musikpreis „Echo“ ausgezeichnet worden.

Außerdem hat die keck klönende Ikone des Nordens den Grimme-Preis, den Deutschen Fernsehpreis und den Comedypreis erhalten, 2011 wurde sie Botschafterin des Bieres. Als sie Ehrenbürgerin ihres Geburtsortes Köhlen in Niedersachsen wurde, sagte Müller mit leichtem Spott: „Ich bekomme jetzt lebenslang von unserem Bäcker eine Sahnetorte zu Weihnachten und von unserem Schlachter einen Schweinebraten.“

Das Etikett „Kultmoderatorin“ hat sich die musikalische Talkerin mit dem plattdeutschen Einschlag redlich „ersabbelt“, auch schon in anderen Shows wie „Inas Norden“, so dass der NDR-Intendant Lutz Marmor ihr respektvoll attestierte, eine waschechte „Kodderschnauze“ zu sein. Die in Hamburg lebende Moderatorin ist mit dem 16 Jahre jüngeren Popmusiker Johannes Oerding zusammen, der ihr einmal das Kompliment machte: „Ina wird immer jünger.“

Info „10 Jahre Inas Nacht – Die besten Folgen“, ARD, von heute an jeden Donnerstag, 23.30 Uhr.

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19.01.2017, 06:00 Uhr

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