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Flugunglück von Glems

Schnelle Aufklärung nicht zu erwarten

Mit großer Bestürzung hat die Stadtverwaltung Metzingen auf den Tod eines Mitarbeiters reagiert, der am Sonntag beim Fliegerfest in Glems beim Absturz eines Hubschraubers ums Leben gekommen ist (wir berichteten).

11.09.2012
  • Thomas de Marco

Metzingen. Der Tod des Mitarbeiters habe zu einer tiefen Betroffenheit im ganzen Haus geführt, erklärte Hauptamtsleiter Günter Käpernick von der Metzinger Stadtverwaltung. „Der Kollege stand mit 38 Jahren mitten im Leben und hinterlässt Frau und zwei Kinder.“

Die beiden anderen Zuschauer, die bei dem Unglück schwer verletzt worden waren, befinden sich noch im Krankenhaus, erklärte Pressesprecherin Andrea Kopp von der Reutlinger Polizei. Der Pilot, sein Co-Pilot sowie eine Leichtverletzte seien dagegen wieder aus den Krankenhäusern entlassen worden. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung mit Sitz in Braunschweig ermittle, ob ein technischer Defekt oder ein Pilotenfehler zu dem Unfall führte, sagte Kopp.

Die Besucher des Flugplatzfestes hätten sehr viele Fotos und Videos gemacht, auf denen zu sehen sei, wie sich der Hubschrauber beim Abheben verhakte und dann umkippte. Alle diese Aufnahmen müssten nun ausgewertet werden, sagte eine Polizeisprecherin. Viele Zuschauer hätten sich als Zeugen gemeldet. Trotzdem seien bei der Ursachenforschung keine schnellen Ergebnisse zu erwarten, erklärte Kopp.

Der Hubschrauber, der am Sonntag kurz nach 16 Uhr gestartet war, stieg etwa drei Meter in die Höhe, sackte dann plötzlich mit dem Heck ab und kippte noch im Flug auf die rechte Seite. Als der Hauptrotor den Boden berührte, zerbarsten die Blätter. Eines der umherfliegenden Trümmerteile verletzte den 38-jährigen Familienvater tödlich.

„Kunstflieger wissen um das Risiko, das sie bei so einer Schau eingehen. Es ist aber besonders tragisch, wenn Besucher bei so einem Unglück verletzt oder gar getötet werden“, sagt Manuel Löhmann, der Referent für Öffentlichkeitsarbeit des Baden-Württembergischen Luftfahrtverbands in Stuttgart. Die Rahmenbedingungen für so eine Flugveranstaltungen seien sehr streng ausgelegt, „das sind 25 bis 30 Seiten an Anforderungen, die sie ausführen müssen“, erklärt Löhmann.

Dazu gehören ein Mindestabstand von 30 Metern für Zuschauer (der in Glems eingehalten wurde), eine Mindestflughöhe, der Nachweis einer funktionierenden Rettungskette sowie die Überprüfung der Erfahrung, die die Kunstflieger mitbringen müssen, listet Oliver Knörr, der Pressesprecher des Regierungspräsidiums Tübingen, auf. Seine Behörde muss die Flugschauen genehmigen. „Am Samstag war noch ein Mitarbeiter unseres Verkehrsreferats vor Ort gewesen.“ Aber eine absolute Sicherheit werde es bei solchen Veranstaltungen nie geben, betont Knörr.

Lesen Sie dazu auch "Mit Engelszungen" in der Dienstagsausgabe des Schwäbischen Tagblatts.

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11.09.2012, 12:00 Uhr

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