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Das Mittwochs-Interview

Schon nach dem ersten Kampf an den Titel geglaubt

Die 17-jährige Janine Stein vom Ju-Jutsu-Club Mühlbachtal hat bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Athen Gold geholt – obwohl die Renfrizhausenerin erst seit Kurzem in einer neuen Altersklasse antritt.

05.04.2017
  • Maik Wilke

SÜDWEST PRESSE: Frau Stein, erst einmal Gratulation zum WM-Titel. Wie viele Whatsapp-Nachrichten waren denn nach dem Erfolg auf dem Smartphone?

Janine Stein: Über 300. Die Freunde zu Hause haben über die Facebook-Seite des Vereins von meinem Erfolg erfahren und dann sofort geschrieben.

Nach zwei Bronzemedaillen bei der Europameisterschaft 2016 und bei der Weltmeisterschaft 2015 wollten Sie unbedingt ins Finale. Wann haben Sie wirklich daran geglaubt, den Titel zu holen?

Vor dem Turnier eigentlich gar nicht, weil ich ja zum ersten Mal in der Altersklasse U21 angetreten bin. Da ist es natürlich umso schwieriger, Erfolg zu haben. Die anderen Kämpferinnen sind teils zwei Jahre älter als ich und deutlich erfahrener.

Warum lief es dennoch so gut?

Das ging eigentlich schon beim ersten Kampf los. Ich merke es meistens schon, wenn ich zum ersten Mal die Matte betrete, ob ich einen guten Tag erwischt habe oder einen schlechten.

Im Finale sind Sie auf die starke Französin Britany Domain getroffen. Was hat dort den Unterschied ausgemacht?

Sie hatte ihre Stärken in den Vorkämpfen im Wurfbereich. Deshalb habe ich vor allem darauf aufmerksam geachtet, damit sie mich nicht wirft und mich aufs Kontern konzentriert. Umso überraschender war es für mich dann selbst, dass ich es geschafft habe, sie zu werfen. Außerdem habe ich meine Stärken, die schnell ausgeführten Schlag- und Fußtechniken, einsetzen können.

Auf dem Weg ins Finale mussten Sie auch gegen eine Griechin kämpfen. Wie war die Stimmung in der Halle? Immerhin war es eine Lokalmatadorin, gegen die Sie antreten mussten…

Das hat man definitiv gemerkt, weil zahlreiche griechische Zuschauer in der Halle für Stimmung gesorgt haben. Aber ich muss sagen: Die deutschen Fans, vor allem natürlich meine Familie und Betreuer, die mit mir in Athen waren, konnten gut dagegen halten.

Wie ist Ihnen die Umstellung auf die höhere Altersklasse so schnell und vor allem so erfolgreich geglückt?

Ich habe gar nichts Besonderes umgestellt, sondern einfach versucht, mein Bestes zu geben. Wichtig war es, keine Angst vor den bis zu zwei Jahren älteren Kämpferinnen zu haben. Nur so konnte ich mein Ziel erreichen.

Und das Training? Wurde das nicht angepasst?

Ein wenig. Ich habe lediglich etwas mehr Krafttraining eingebaut, aber ansonsten auch nicht mehr oder weniger trainiert.

Was steht bei Ihnen nun als nächstes an?

Nach der WM habe ich erst einmal eine kleine Pause eingelegt. Aber schon im Mai geht es mit den Süddeutschen Meisterschaften und im Juni mit den Deutschen Meisterschaften weiter. Zudem stehen Anfang November wieder Europameisterschaften in Bukarest auf dem Programm.

Da gibt es für eine Weltmeisterin ja eigentlich nur noch ein Ziel, oder?

Das Ziel ist natürlich immer, vorne mit dabei zu sein.

Für eine Goldmedaillen-Siegerin ziemlich bescheiden.

Man kann immer einen schlechten Tag erwischen. Aber klar, möchte ich auch diese Wettkämpfe gewinnen.

Stein im Kurzporträt

Janine Stein (17) aus Renfrizhausen kämpft Ju-Jutsu seit sie acht Jahre alt ist. Ihre größten Erfolge vor der WM-Goldmedaille in der Altersklasse U21 waren die Deutschen Meistertitel 2014, 2015 und 2016 in der Klasse U18 bis 70 Kilogramm sowie die beiden Bronzemedaillen bei der U18-WM 2015 in Athen und und bei der U18-EM 2016 in Gelsenkirchen. Stein besucht das zweijährige Berufskolleg für Gesundheit und Pflege in Rottweil und strebt dort die Fachhochschulreife an. Im JJC Mühlbachtal ist sie auch ehrenamtlich im Jugendausschuss aktiv.

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05.04.2017, 01:00 Uhr

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