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Whisky und Weißbier

Schottische Musiker zu Gast bei Sandra Friesch

Sie trinken Whisky, spielen Dudelsack, tragen Kilts und kosten sogar vom schottischen Nationalgericht Haggis. In der Rottenburger „Cafe Bar“ hat sich eine Schottland-Fan-Szene etabliert. Die Musik liefern schottische Bands, die, wenn sie hier spielen, in Privathäusern in Rottenburg unterkommen. So wie Cross the Border, die derzeit bei Sandra Friesch zu Gast sind.

01.06.2012
  • Werner Bauknecht Und Martin ZImmermann

Rottenburg. Friesch hat ihre Liebe zu Schottland durch die Musik, durch den Paul-McCartney-Song „Mull of Kintyre“ entdeckt. Dieses Kintyre wollte sie besuchen, und fand es als kleine Halbinsel in der Nähe zu Irland. Beide Länder besucht sie seitdem regelmäßig.

„Ich wollte einfach wissen, wo dieses Mull of Kintyre liegt.“ Die schottische Halbinsel ist der Punkt Schottlands, der am nächsten an Irland liegt. In ihrer Rottenburger Wohnung bewahrt sie einen Stein auf, den sie auf dem historischen Schlachtfeld von Culloden Moor gesammelt hat. Dort verloren die schottischen Highlander unter Bonnie Prince Charlie die letzte Schlacht gegen die Engländer. „Das war 1746“, erklärt Friesch. „Danach war´s vorbei mit der Unabhängigkeit.“

Der Gegenbesuch aus Glasgow logiert nun schon seit ein paar Tagen bei ihr zu Hause in Rottenburg: fünf Musiker von „Cross the Border.“ Am Samstagabend spielen sie um 20.30 Uhr in der „Cafe Bar“. Mittags aber haben die Schotten einen ganz besonderen Auftritt. Um 14 Uhr geben sie ein Konzert für die Insassen der Justizvollzugsanstalt. Davor gibt es eine Gefängnis-Führung für die Band. „Ich kenne den Gerhard Brüssel, der zuständig ist für Veranstaltungen in der JVA“, erzählt Friesch. Er sei gleich begeistert gewesen, zumal vor zwei Jahren schon mal eine Veranstaltung dieser Art stattfand, damals mit der Irish-Folk-Formation Paddy goes to Holyhead.

Bei einer Geburtstagsparty in Glasgow lernte Friesch dann die Jungs von Cross the Border kennen und lud sie umgehend ein. Die Band scheute keine Mühe. Zu fünft im Kleinwagen, dazu Drums und Gitarren, bretterten sie in 30 Stunden nach Rottenburg. „Fast die ganze Zeit fuhr unser Gitarrist Spangler“, erzählt Mit-Gitarrist Frazer, „und ein paar Stunden ich. Der Rest hat sich faul in die Sitze gelegt.“ Er habe ja keinen Führerschein, wehrt sich Basser Richi lachend. Musikanlage, Verstärker, Lautsprecher werden den Musikern von der Cafe Bar gestellt, so dass die Band glücklicherweise nur sich und die Instrumente transportieren musste.

Abgesehen von Sänger Stoo sind sie alle zum ersten Mal in Deutschland. „Aber in Rottenburg sollen wir ja eine tolle Fan-Base haben“, sagt Frazer. „Da macht so ein Auftritt natürlich Spaß.“ Im Gepäck haben sie ihre erste CD, an der zweiten arbeiten sie noch. „Folkrock“ nennt Stoo die Musik der Band, „aber eher rockig als folkig.“ Gitarren und Mandolinen bestimmen den Klang der Band. Vier der fünf Bandmitglieder leben von der Musik. „Aber das ist schwierig“, erzählt Spangler. „In Glasgow gibt es zehnmal mehr Bands als Auftrittsmöglichkeiten.“ So verdingt er sich zum Beispiel als Session-Musiker bei anderen Bands, hat noch eine Coverband und schreibt Songs für andere Formationen und Musiker.

Treten Cross the Border in Glasgow auf, organisieren sie alles selbst: Raum anmieten, Karten verkaufen, Werbung, Getränkeausschank und, natürlich, die Musik. „Wie ein kleines Unternehmen“, sagt Stoo und grinst.

Bei Gastgeberin Friesch sitzen sie mittags im Garten und genießen die ruhigen Tage vor dem Auftritt und ihrer Weiterfahrt nach Belgien. Im dortigen Lewen haben sie noch ein Konzert, ehe es zurück auf die Insel geht. Sie bereiten sich auf einen kleinen Ausflug nach Tübingen vor. „Die Jungs lieben Fachwerkhäuser“, sagt Friesch. „Und danach geht’s in den Biergarten. Wenn die Deutschland hören, denken sie immer gleich an Weißbier.“

Sandra Friesch liebt dafür den schottischen Whisky. „Die Schotten sind geizig, deshalb haben sie das ‚E‘ im irischen Whiskey weggespart.“ Whisky, sagt sie, helfe auch dabei, das aus Schafsinnereien bestehende schottische Nationalgericht Haggis genießbar zu machen: „Vorher ein Whisky zum Desinfizieren und hinterher einer zum Aufräumen, dann schmeckt auch der Haggis.“

Info: Cross the Border spielen am morgigen Samstag, 2. Juni, um 20.30 Uhr in der „Cafe Bar“.

Schottische Musiker zu Gast bei Sandra Friesch
Cross the Border genießen die Zeit im Garten der Rottenburgerin Sandra Friesch. Auf dem Bild von links: (unten) Stoo, Sandra Friesch mit der CD „Here we stand“ und Kris, (oben) Frazer, Spangler (liegend) und Richi. Bild: Sommer

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01.06.2012, 12:00 Uhr

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