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Schrotten!

Schrotten!

Ein Schrottplatz in der Provinz wird zum Schauplatz einer märchenhaften Gaunerkomödie.

Schrotten!

Deutschland 2016

Regie: Max Zähle
Mit: Lucas Gregorowicz, Frederick Lau, Anna Bederke

102 Min. - ab 6 Jahren

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01.10.2016

Von Klaus-Peter Eichele

Sein Großvater war Schrotthändler, sein Vater und sein Bruder sind es auch. Nur Mirko selbst ist aus der Art geschlagen. Statt sich mit dem Altmetall die Hände und Klamotten schmutzig zu machen, dealt er in der Großstadt im feinen Zwirn mit Versicherungen. In die Heimat in der tiefsten Provinz kehrt der von Lucas Gregorowicz gespielte Schnösel nur zurück, wenn es sich gar nicht vermeiden lässt – so zur Beerdigung seines alten Herrn, wo dem „Verräter“ sogleich die Verachtung seines prolligen Bruders (Frederick Lau) und der prekär, aber glücklich auf dem Schrottplatz vegetierenden Verwandtschaft entgegenschlägt.

Das ficht den in Geldnöten steckenden Mirko nicht an, sein Erbe, die Hälfte des Unternehmens, an den regionalen Altmetall-Mogul zu verhökern, der mit seinen Kaufabsichten bislang auf Granit gestoßen war. Doch dann obsiegt bei dem Heimkehrer aus nicht ganz rationalen Gründen das Gefühl der Verbundenheit mit der Scholle und der Großfamilie. Um seinen Fauxpas auszubügeln, beteiligt er sich an einem waghalsigen Raubzug, mit dem die vielköpfige Mischpoke dem Konkurrenten dessen Kupferbestände abluchsen will.

Recht waghalsig ist auch der Genremix, den der vor Jahren mit dem Studentenoscar ausgezeichnete Max Zähle in seinem Langfilm-Debüt auffährt: Bruderdrama trifft Proll- und Provinzkomödie trifft Räuberpistole mit Western-Showdown. Da rumpelt es manchmal gewaltig im Handlungsablauf, und inszenatorisch reißt der Jungregisseur auch keine Bäume aus. Doch unterm Strich überwiegen die charmanten Momente. Die verschworene Gemeinschaft verschrobener Underdogs (endlich mal wieder Lars Rudolph auf der Leinwand!), die keine Chance gegen die Großkopferten haben, aber sie bauernschlau zu nutzen verstehen, muss man einfach mögen.

Origineller Schauplatz, kauzige Typen – das entschädigt für ein sonst braves Provinzmärchen.

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Erstellt:
1. Oktober 2016, 09:26 Uhr
Aktualisiert:
1. Oktober 2016, 09:26 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. Oktober 2016, 09:26 Uhr

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