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Mit der DNA auf Du und Du

Schüler forschen nach dem genetischen Fingerabdruck

Bis heute Nachmittag steht das Bio-Technikum des Bildungsministeriums auf dem Parkplatz hinter der Festhalle. Der umgebaute Lastwagengewährt Schülern und Interessierten Einblick in die Welt der Biotechnologie.

13.10.2010
  • Marike Schneck

Rottenburg. „Wir sind auch für kritische Fragen offen“, sagt Biologe Niklas Nold, der gemeinsam mit seiner Kollegin Katrin Silbermann derzeit mit dem Bio-Technikum durch die Lande zieht. Das Technikum ist ein umgebauter Riesen-Truck, der am heutigen Mittwoch zum letzten Mal auf dem Bus-Parkplatz hinter der Festhalle Station macht. Hier bietet es Schülern ein voll ausgestattetes Laboratorium, in dem gearbeitet werden kann, und Besuchern allerhand Informationen rund um den Forschungszweig Biotechnologie.

Das Bio-Technikum ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, das hier kräftig die Werbetrommel rührt: für die Forschung, zum Beispiel in der so genannten Grünen Gentechnik, vor allem aber, um bei Schülern Lust auf biotechnische Berufe zu wecken. „Wir leiden in unserer Sparte schon jetzt unter Fachkräftemangel“, erklärt Nold. „Deshalb wollen wir vor allem Interesse für biotechnologische Berufe wecken.“

Der Nachwuchs lässt sich allerdings nicht immer ganz so leicht begeistern: „Es ist zwar interessant, aber halt auch superkompliziert, weil man oft nur einen Bruchteil der Fachbegriffe versteht“, sagte Franziska Mayer, die gestern Nachmittag mit ihren Mitschüler/innen der Jahrgangsstufe Eins des St.-Meinrad-Gymnasiums nach ihrem „genetischen Fingerabdruck“ forschte. In kleinen Grüppchen hatten sich die Schüler/innen zunächst mit Wattestäbchen DNA-Proben (Desoxyribonukleinsäure) abgenommen, und die Erbinformation dann Schritt für Schritt isoliert.

Biologin Katrin Silbermann erklärte derweil, was wann wie und vor allem warum gemacht werden muss, damit Forscher oder auch Kriminalbeamten an den DNA-Strang rankommen und die Eigenheiten eines jeden Menschen – wenn hier im Bio-Technikum auch nur unter ultraviolettem Licht – sichtbar werden.

Das, was die Schüler/innen beim Praktikum lernen, soll später im Schulunterricht vertieft werden, sagt Bio-Lehrer Matthias Buchweitz. Er begrüßt die Initiative des Bildungsministeriums, weil sie die Themen, die im Bio-Unterricht an der Schule oft nur abstrakt erklärt werden können, erfahrbar macht. „Eine Pipette, wie sie hier im Labor jedem Schüler zur Verfügung steht, kostet 300 Euro – das können Schulen nicht leisten.“

Gleichzeitig will Buchweitz es nicht bei dem Labor-Praktikum belassen: „Mir ist wichtig, dass Biotechnologie auch ethisch reflektiert wird.“ Deshalb soll das Wissen der Schüler im Unterricht erst vertieft und anschließend in der Klasse diskutiert werden. „Es ist wichtig, dass sich jeder Schüler sein eigenes Urteil bilden kann“, sagt er. „Aber dafür muss man natürlich wissen, worüber man spricht.“

Info Interessierte können sich das Bio-Technikum heute von 12 bis 14 Uhr anschauen. Die Wissenschaftler führen durch den Truck, es gibt Schautafeln, Anschauungsobjekte, Multimedia-Desks und einen Info-Film.

Schüler forschen nach dem genetischen Fingerabdruck
Schüler/innen des St.-Meinrad-Gymnasiums gingen gestern Nachmittag im Bio-Technikum auf Spurensuche nach der eigenen Erbsubstanz: (von links) Anna Pfeffer, Katharina Moser, Franziska Mayer, Lena Schwarz und Yasmin Pfeifer, die sich von der Biologin Katrin Silbermann zeigen lassen, wie ein DNA-Strang isoliert wird.Bild: Mozer

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13.10.2010, 12:00 Uhr

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