Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Die Kommissare Julia Grosz und Thorsten Falke (Franziska Weisz und Wotan Wilke Möhring) gehen mit Aksoy (Deniz Arora) in Deckung. Foto: NDR/Christine Schroeder




Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating
Film bewerten

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
30.11.2019

Von MARTIN WEBER

Hamburg. Er ist zurzeit in aller Munde: Wotan Wilke Möhring überzeugt in der erfolgreichen Kinokomödie „Das perfekte Geheimnis“ und machte vor kurzem im ZDF-Spionagethriller „West of Liberty“ ebenfalls eine gute Figur. Jetzt ist der 52-jährige Schauspieler und bekennende Fan des Bundesligisten Borussia Dortmund in einem neuen „Tatort“ wieder mal als knorriger Bundespolizei-Ermittler und passionierter Milch-Trinker Thorsten Falke aus Hamburg zu sehen.

Der bekommt es in seinem neuen Fall gemeinsam mit seiner Kollegin Julia Grosz (Franziska Weisz) mit einem geheimnisvollen Scharfschützen zu tun, der aus dem Hinterhalt auf Lastwagen ballert und dabei aus Versehen einen Fahrer tötet. Milan Peschel spielt den Heckenschützen Steffen Thewes, einen verzweifelten Zollbeamten und Vater einer schwerkranken Tochter, ganz großartig.

Leider ist das aber auch schon das Beste, was sich über diesen langatmigen und an entscheidenden Stellen auch noch unlogischen „Tatort: Querschläger“ (1.12., ARD) sagen lässt, der sein Pulver viel zu schnell verschießt und erst gegen Ende aufdreht. Das furiose und zutiefst tragische Finale, in dem die Ermittler wie blutige Amateure agieren, reißt das Ruder aber auch nicht mehr herum.

Dem Zuschauer ist von Anfang an klar, wer der geheimnisvolle Heckenschütze ist, der die auf einem Autohof geparkten Lastwagen von einem Hügel aus beschießt, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Dumm nur, dass dabei ein Querschläger einen Fahrer tödlich trifft und Steffen Thewes dadurch zum Mörder wird. Dass der Täter von Anfang an bekannt ist, muss der Spannung nicht abträglich sein, viele Krimis bedienen sich dieses Kunstgriffs und machen daraus ein packendes Katz-und-Maus-Spiel zwischen Räuber und Gendarm. Doch genau das will bei diesem „Tatort“ nicht so recht klappen.

Geld für die leidende Tochter

So stoßen Thorsten Falke und Julia Grosz bei ihren Ermittlungen allzu schnell auf den Zollbeamten Thewes. Der Mann braucht dringend viel Geld für eine Operation, die seine an einer komplizierten Krankheit leidende Tochter endlich von ihren unerträglichen Schmerzen befreien soll, und erpresst deshalb den wohlhabenden und reichlich zwielichtigen Spediteur Jimmy Aksoy (Eray Egilmez). Rasch trennen sich die Wege von Täter und Ermittler zwar wieder, doch von diesem Punkt an weiß der erfahrene Krimi-Zuschauer, dass es nur noch eine Frage der Zeit sein kann, bis der Fall gelöst ist.

Natürlich entwickelt sich das Geschehen dann doch etwas anders als gedacht und zieht vor allem aus der Konfrontation des Erpressers Thewes mit dem überraschend abgeklärten Erpressungsopfer Aksoy einen gewissen Reiz. Doch der alles überwölbende Spannungsbogen ist viel zu früh beschädigt und lässt sich auch nicht mehr reparieren.

Zum Artikel

Erstellt:
30. November 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
30. November 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 30. November 2019, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Inhalt nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.