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Dorfleben als Theater

„Schwäbisch g´schwätzt ond g´veschbrad“ bot kurzweilige Unterhaltung

Mit kurzen Episoden aus dem schwäbischen Leben und witzigen Einlagen unterhielt die Theatergemeinschaft Hirrlingen am Freitag rund 100 Zuschauer im Bürgerhaus.

23.11.2014
  • Dunja Bernhard

Hirrlingen.Der perlmuttfarbene Vorhang verbarg noch das erste Bühnenbild, da frotzelte Bernd Casper in der Rolle des Hausmeisters schon herum. Er weiß alles besser, keiner kann’s ihm recht machen. Schon gar nicht seine beiden Azubis (Fabian Beuter und Gordon Deibler), die zuständig waren, den Vorhang auf und zu zu schieben.

Die Sketche des Abends gaben Einblicke in Dorfgespräche. „Die kennscht du do au, die vom Winkel, die Junge, die vom Mesner seine Tochter...“ Welche Neuigkeit der Bauer eigentlich zu erzählen hatte, wurde zur Nebensache.

Klischees über Männer, Frauen und Mode gab‘s auch. In der Herrenabteilung für Mode „L bis XL“ sucht ein Ehepaar (Tanja Hummel und Robert Beuter) für ihn eine Hose. Die erste, die sie ihm reicht, ist zu eng. „Du kochscht halt zu gut“, wirft er ihr vor. „I koch net nachts im Kühlschrank“, erwidert sie. Die nächste Hose, locker im Bund, passt, findet er. „Die sieht aus wie neigeschissa“, ist ihre Meinung. Eine karierte will er nicht. Die nächste ist zu teuer. Die letzte passt. „Die nimmscht“, sagt sie. Mit der war er schon gekommen.

Als Schnäppchenjäger entpuppten sich zwei Hausfrauen bei einer Tupperparty. „Mit unserem neuesten Modell bringen Sie Ordnung in ihre Küche“, säuselt die perfekt gestylte Tupperberaterin Rosa Schlüpfer. „Die hat gesagt, du hättest einen Saustall“, raunt die Besucherin der Gastgeberin zu. Diese Unverfrorenheit ahndet die schwäbische Hausfrau mit dem Nudelholz. Sie jagt Rosa Schlüpfer aus dem Haus, während ihre Komplizin die zurückgelassenen Plastikbehälter aufteilt.

Beim Dorftheaterabend darf ein Blick ins Rathaus nicht fehlen. Der am Freitag ging zurück, als ein neuer Mitarbeiter aus Hemmendorf seinen Dienst antrat. Während die Putzfrau (Carola Riegger) „multitasching-fähig“ schwätzend für die Häppchen des Empfangs sorgt, kocht die Sekretärin (Sylvis Weiss) Kaffee für die Work-Life-Balance. Ob der hellen Beleuchtung des neuen Industriegebiets rätseln sie gemeinsam mit den ersten Gästen, ob neben dem neuen Supermarkt ein Flugplatz entstehen soll. „Dort können Fuchs und Has trefflich posieren und im Flecken ist Kuhnacht.“

Roland Kurz und Bernd Casper unterhielten in den Umbaupausen mit Witzen und Sketchen. Hirrlingens Musikverein umrahmte den Abend und lud die Zuschauer zum Singen ein. Bei „Schwäbisch g´schwätzt ond g´veschbrad“ kamen Geselligkeit und das leibliche Wohl nicht zu kurz.

Info Weitere Vorstellungen sind am 29. November um 19 Uhr und am 30. November um 18 Uhr.

„Schwäbisch g´schwätzt ond g´veschbrad“ bot kurzweilige Unterhaltung
Die Theatergemeinschaft Hirrlingen spielte „Schwäbisch g´schwätzt ond g´veschbrad“: Putzfrau Carola Riegger, Christoph Zug und Harald Kurz (von links). Bild: Bernhard

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23.11.2014, 12:00 Uhr

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