Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Porsche steuert bei

Schwäbische Nobelmarke spendet für Hesse-Gedenkstätte

Die Hermann-Hesse-Gedenkstätte am Holzmarkt scheint finanziert: Den entscheidenden Beitrag liefert nun der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche.

13.06.2012
  • Wilhelm Triebold

Tübingen. Ob Hermann Hesse sich je in einen Porsche gezwängt hat? Vielleicht in jenen roten Flitzer, mit dem sein Verleger durch die Gegend düste, der Suhrkamp-Chef Siegfried Unseld. Die Wertarbeit des schwäbischen Autobauers dürfte dem Landsmann und Nobelpreisträger sicher imponiert haben, was sich aber wohl nie literarisch niederschlug. Zwar hieß Hesses erster Roman „Unterm Rad“, er handelt jedoch mitnichten von einer Reifenpanne während der Spritztour im nagelneuen Carrera.

Vor knapp zwei Jahren preschte der Hesse- und Porsche-Fan Udo Lindenberg mit seinem „alten Freund“, dem 911er-Porschemodell, auf den Holzmarkt, um das Antiquariat Heckenhauer zu begutachten. Hier soll das neue zentral gelegene Hesse-Museum entstehen, und dafür benötigen Inhaber und Stadt rund 240 000 Euro. 50 000 Euro kommen dabei aus dem städtischen Haushalt, und 190 000 müssen über Spenden und Sponsoren zusammenkommen.

Erst im Februar hatten die Landesdenkmalstiftung und die staatliche Toto-Lottogesellschaft 30 000 Euro spendiert. Und Anfang Mai legten die Rotarier 10 000 Euro obendrauf. Doch die größte Einzelspende kommt nun aus Zuffenhausen. 100 000 Euro steuert Porsche bei. Der Autohersteller, der den Tennis-Grandprix in der Porsche-Arena entscheidend unterstützt, steigt derzeit merklich auch ins Kultursponsoring ein. Seit Jahresanfang gibt er eine jährliche sechsstellige Summe ans Stuttgarter Ballett.

Der junge Hermann Hesse hat in der Buchhandlung Heckenhauer bis 1898 seine dreijährige Buchhändlerlehre absolviert und danach noch ein halbes Jahr dort weitergearbeitet, bevor er in die Schweiz zog. In dem stattlichen Fachwerkhaus am Holzmarkt, das demnächst umgebaut wird, führt ein schmaler Korridor in die hinteren Antiquariats-Räume, in denen teilweise die Uhr stehen geblieben scheint wie zu Hesses Lehrjahreszeiten. Dies soll auch weitgehend so konserviert werden.

An der Frontseite des Gebäudes erinnert ein Hinweis an den weltweit viel gelesenen Schriftsteller. Neun Jahre dauerte es damals, bis die Anfrage der Stadt bei Hesse schließlich genau ein Jahr nach dessen Tod in die Gedenktafel umgesetzt wurde.

Schwäbische Nobelmarke spendet für Hesse-Gedenkstätte
Hermann Hesse an seinem Ausbildungsplatz: Ihm zu Ehren soll im Antiquariat Heckenhauer eine Gedenkstätte eingerichtet werden.Archivbild: Bachmann

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

13.06.2012, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball