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Taucher und Tierschützer retten Vogel mit gebrochenem Flügel

Schwanenjagd auf dem Neckar

Mit einem beherzten Sprung ins Wasser hat am Donnerstagabend ein Taucher der Tübinger Feuerwehr unweit der Eber hardbrücke eine Schwanenjagd beendet. Dabei hatten Feuerwehr und Tierschützer nur die besten Absichten.

02.06.2012
  • Hans-Jörg Schweizer

Sie wollten den Schwan wegen eines gebrochenen Flügels dem Tierarzt übergeben. Michael Berndt vom Tübinger Tierschutzverein war mit im Boot. Er hievte den Schwan an Bord, während der Feuerwehrmann im Wasser von hinten nachhalf.

Für die Feuerwehrtruppe hat Berndt nur Lob: „Das war eine Top-Mannschaft, die haben alles genau so gemacht, wie ich gesagt habe“, schwärmt der Schwanenbeauftragte, der es üblicherweise mit Verletzungen durch Angelhaken zu tun hat. Den Schwan mit gebrochenem Flügel hatten Tierschützer tagelang beobachtet.

Versuche, ihn mit Futter anzulocken, scheiterten. So forderte der Tierschutzverein übers Ordnungsamt Hilfe bei der Feuerwehr an. Laut Berndt war es auch höchste Zeit, den Flug- und dadurch Fluchtunfähigen in Sicherheit zu bringen. Denn beim Stocherkahnrennen kommenden Donnerstag wäre das verletzte Tier in arge Bedrängnis geraten.

So einfach wie gedacht gestaltete sich die Schwanenjagd dann aber nicht, denn trotz guter Vorsätze der Vogelfänger wollte der Verletzte offenbar gar nicht zum Arzt und wehrte sich nach Kräften. Mit dem Motorboot trieben Feuerwehrmänner in Neopren das Tier zunächst flussabwärts Richtung Wehr.

Unterhalb der Jugendherberge drehte der sichtlich ermüdete Vogel aber doch nochmal ab und schwamm wieder flussaufwärts, bis ihn der Taucher nach besagtem Sprung im Wasser zu fassen bekam und so die Flucht beendete. Auf der Platanen allee wurde der Schwan in einen Transportkäfig gesperrt und zu einem Tierarzt gebracht, mit dem die Tierschützer in solchen Fällen zusammenarbeiten.

Dem Arzt blieb indes nichts anderes mehr übrig, als die gebrochene Handschwinge zu amputieren. Sowas sollte man aber nur mit Jungschwänen tun, die noch nicht so sehr aufs Fliegen fixiert sind, sagt Corinna Lange brake vom Nabu-Vogelschutzzentrum in Mössingen. „Bei uns wäre dieser Schwan eingeschläfert worden“, ist sie sicher.

„Inzwischen steht und faucht er aber wieder“, berichtet Lange brake. Und auch die Tübinger Tierschützer geben dem maximal zwei Jahre alten Schwan eine Chance: Nach seinem Reha-Aufenthalt in Mössingen soll er kommende Woche zum Besitzer eines Privat-Teichs im Schwarzwald gebracht werden, wo der Gehandicapte sein restliches Leben mit nur noch eineinhalb Flügeln am Boden und auf dem Wasser verbringen darf.

Schwanenjagd auf dem Neckar

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02.06.2012, 12:00 Uhr

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