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Kommentar zu verschärften Kreditrichtlinien

Schwarz auf weiß

05.11.2016
  • HELMUT SCHNEIDER

Es sagt schon einiges, wenn drei Landesregierungen die EU-Vorgaben für Baukredite entschärfen wollen. Denn ihnen kann man nicht vorhalten, nur die Interessen der Banken im Blick zu haben. Nein, Kreditrichtlinien berühren Verbraucherinteressen ganz unmittelbar.

Die EU-Vorgabe ist nicht verkehrt. Sie zieht die Lehre aus der verheerenden Finanzkrise, die genau an dieser Stelle im komplizierten Geflecht der Finanzverflechtungen ihren Ursprung hatte: Hauskredite wurden an Mittellose vergeben, weil die Banken die Immobilien als Sicherheit wähnten. Das geht nur so lange gut, so lange die Häuserpreise steigen oder zumindest nicht fallen. In den USA ging es vor allem auch deshalb nicht gut, weil der dortige Immobilienmarkt wenig gemein hatte mit dem Kreditgebaren in Deutschland.

Hierzulande ist man viel vorsichtiger, die Banken verlangen in der Regel einen deutlichen Anteil eigenes Kapital, ehe sie fremdes Kapital verleihen. Die niedrigen Ausfallquoten bei Hypothekenkrediten sind eine Folge dieser Politik.

Wenn aber die Immobilie ganz als Sicherheit ausfällt, wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Wahrscheinlich könnte man auch mit einer weniger strengen Auslegung der unklaren Vorgabe leben. Aber die Deutschen mögen es nun mal schwarz auf weiß. Dann sollen sie es auch bekommen.

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05.11.2016, 06:00 Uhr

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