Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Carl XVI. Gustaf gibt sich vor dem Klimagipfel in Paris als grüner Monarch

Schwedens König will die Wannen bannen

Vor dem Klimagipfel in Paris spricht sich Carl Gustaf von Schweden für ein Verbot von Badewannen aus. In seinem Schloss werde geduscht.

24.11.2015
  • ANDRÉ ANWAR

König Carl Gustaf von Schweden (69) gibt sich zum Klimagipfel in Paris umweltbewusst - und überrascht damit viele: „Man sollte alle Badewannen verbieten. Das wäre was“, sagte er im Interview mit der Zeitung „Svenska Dagbladet“. In seinem Schloss werde geduscht. Jüngst aber sei er an einem Ort gewesen, wo man nur habe baden können. Er sei entsetzt gewesen, wie viel Wasser das verbrauche.

Badefreudige Schweden müssen sich nun aber keine Sorgen machen. Denn Carl XVI. Gustaf ist nur repräsentativer Staatschef, ohne gesetzgebende Macht. Dennoch hat er großen informellen Einfluss im Königreich.

Und auch sonst erweist er sich als grüner Monarch. An seinem Wohnsitz Schloss Drottningholm sei die Dienerschaft ständig auf der Suche nach Energiespar-Ideen wie Energiesparlampen und besseren Wärmesystemen. „Wir arbeiten daran im Schloss. Nicht ich direkt, aber über unseren Hausbetreiber. Es ist aber nicht so einfach, in einem so alten Haus“, sagt er.

Die Frage danach, ob der König nicht viel zu viele Autos habe, umschifft er gekonnt: „Nein. Ich benutze ja immer nur eines.“ Derzeit bevorzuge er einen Wagen mit Hybridantrieb. „Wenn ich in die Stadt fahre, fahre ich elektrisch“, sagt er. Die Königsfamilie trage zudem dazu bei, ein Stück Mangrovenwald in Mexiko zu erhalten, um den eigenen Kohlendioxidausstoß durch Autos ökologisch zu kompensieren.

Auch den Speiseplan im Schloss habe der Monarch umweltfreundlicher gemacht. So gebe es mehrere vegetarische Tage in der Woche. „Ich betreibe zwar auch Landwirtschaft mit hochqualitativem Fleisch, aber persönlich esse ich wenig Fleisch.“ Sogar bei den royalen Investitionen habe er auf Anlagen geachtet, die zumindest der Umwelt keinen Schaden zufügen. Der König ist auch gegen Kernkraft. Vor dem Klimagipfel in Paris, den er mit anderen Staatschefs eröffnet, ist er optimistisch: „Wir müssen denken, dass wir den so gut wie möglich gestalten. Und es liegt in der Luft, dass wir das schaffen“, sagt er.

Im Internet sind die Reaktionen auf das Interview größtenteils positiv. „Ich mag den König mehr und mehr“, so ein bekennender Grüner bei Twitter, der das Königshaus eigentlich am liebsten abschaffen würde. Kritiker wollen dem König im Gegenzug für ein Badewannenverbot dagegen das Fliegen und das Fahren auf Luxusmotorjachten ganz verbieten.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

24.11.2015, 08:30 Uhr | geändert: 24.11.2015, 06:01 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball