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Medien

Schweizer gegen Sendeschluss

Eidgenossen stimmen für die Beibehaltung der Rundfunkgebühren. Auch die ARD reagiert erleichtert.

05.03.2018
  • JAN-DIRK HERBERMANN

Genf. Um 12.05 Uhr am Sonntag brachte das Schweizer Radio SRF 4 News die erlösende Nachricht. Der Moderator gab bekannt: Die Eidgenossen lehnen nach ersten Trendrechnungen mit satter Mehrheit von 70 Prozent die Abschaffung der Fernseh- und Rundfunkgebühren ab.

In der Stimme des Mannes am Mikrofon schwang die Erleichterung mit. Hätten die Schweizer die Abschaffung der Abgabe gutgeheißen, dann hätte der Moderator um seinen Job bangen müssen. Und er wäre um die peinliche Aufgabe nicht herumgekommen, über den möglichen Sendeschluss für seinen Arbeitgeber zu berichten.

Erleichterung herrschte auch bei den meisten Politikern Helvetiens. Martin Candinas, Abgeordneter der Christlichdemokratischen Volkspartei, sprach von einem „Freudentag für die Schweiz“.

Aus Deutschland gratulierte der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm den Eidgenossen – auch ihm dürfte eine Last vom Herzen gefallen sein. Er sprach von einem wichtigen „Signal“ für unabhängigen Qualitätsjournalismus. Neben CVP und SP hatten sich fast alle anderen großen Parteien und die Regierung für die Beibehaltung des bisherigen Schweizer Systems ausgesprochen.

390 Euro pro Jahr

Die Hauptargumente: Die SRG-Sender und die ebenfalls subventionierten Lokalradios und Regional-TVs sorgen dafür, dass in allen Landesteilen und in allen Landessprachen Qualitätsbeiträge zu empfangen sind. Nur über Werbung könnten keine hochwertigen Sendungen produziert werden, sagte Medienministerin Doris Leuthard: „Was sich via Pay-TV finanzieren lässt, sind Sport, Filme – und Sex.“

Bisher zahlen die Schweizer Haushalte eine geräteabhängige TV- und Radiogebühr von umgerechnet 390 Euro pro Jahr an die Inkassostelle Billag. Ab nächstem Jahr muss dann jeder Haushalt eine allgemeine Abgabe von 316 Euro pro Jahr zahlen.

Als einzige große Partei stand die rechtsgerichtete Schweizerische Volkspartei hinter der No-Billag-Initiative. Trotz der Abfuhr stellte das No-Billag-Lager Forderungen an die Regierung auf. Bern müsse die Gegner der Gebühren ernst nehmen und die Möglichkeit in Betracht ziehen, die „Zwangsabgabe“ aufzuweichen. Jeder Einwohner der Schweiz solle selbst entscheiden, für welche Medien er sein Geld ausgibt. Jan-Dirk Herbermann

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05.03.2018, 06:00 Uhr

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