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Schwierige Altersermittlung
Ein Röntgenbild mit der linken Hand eines jungen Menschen. Foto: Felix Kästle/dpa
Hintergrund

Schwierige Altersermittlung

Die Rechtsmedizin kennt mehrere Methoden der Altersbestimmung. Zunächst wird anhand äußerlicher Geschlechtsmerkmale wie der Entwicklung von Brust, Hoden, Penis, aber auch der Körperbehaarung eine erste Einschätzung gemacht.

21.03.2018
  • YASEMIN GÜRTANYEL

Zuverlässiger ist eine Betrachtung der Knochenentwicklung und der Zähne. Allerdings sind auch hier geschlechtsbedingte – Jungen entwickeln sich oft langsamer als Mädchen – und teils ethnische Unterschiede zu berücksichtigen. Exakt bestimmen lässt sich das Alter mit keiner Methode – nur ein Zeitrahmen von plus/minus drei Jahren. Daher geht die Rechtsmedizin vom Mindestalter aus, nimmt also die unterste Altersgrenze, die die Knochenanalyse ergibt. So wird sichergestellt, dass die Altersbestimmung nicht zu Ungunsten des Betreffenden ausfällt.

Viele Knochen sind zum Zeitpunkt der Geburt noch nicht vollständig ausgebildet, zum Beispiel die Knochen der Handwurzel, die zunächst teils als Knorpel angelegt sind und somit auf einem Röntgenbild nicht sichtbar sind. Im Laufe der Pubertät bilden sich die Knochen aus und verändern ihre Form. Die Röntgenbilder der Hand werden verglichen mit Handknochen-Fotos von Jugendlichen, die Wissenschaftler in den 50er und 60er Jahren zusammengestellt haben. Auch bei dieser Methode existiert eine Spannungsbreite.

Weiteren Aufschluss ergibt der Status der Weisheitszähne. Doch auch ihr Wachstum ist individuell und ethnisch verschieden. Sie können im Alter zwischen 16 und 25 Jahren ausreifen – manchmal allerdings auch gar nicht. Deuten die Handröntgenbilder und der Status der Zähne auf ein Alter über 18 Jahre hin, wird zusätzlich eine Computertomographie der Schulterknochen gemacht. Sie lässt die zuverlässigsten Angaben zur Volljährigkeit zu. Denn die Wachstumsfugen an Brust- und Schlüsselbein schließen sich beim Menschen als letzte. Sind sie zu, weist das auf ein Alter von mehr als 21, auf jeden Fall aber 18 Jahren hin. yel

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21.03.2018, 06:00 Uhr

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