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Kein Schmu am Schuh

Seit 100 Jahren gibt es in der Lindenstraße das Schuhhaus Renz

1912 hat Jakob Renz in der Lindenstraße 53 in Gomaringen ein Schuhgeschäft samt Schuhmacherei eröffnet. Auch ein Jahrhundert später ist der Betrieb noch fest in Familienhand.

28.06.2012

Von Amancay Kappeller

Gomaringen. Hauptsache fußgerecht: Das sollen – neue – „Treter“ sein: Da sind sich Vater Eugen und Sohn Klaus-Peter Renz einig. Seit mittlerweile 100 Jahren werden in der Gomaringer Lindenstraße Schuhe an Mann, Frau und Kind gebracht. 1999 hat Klaus-Peter Renz, gelernter Kaufmann, das Geschäft vom Vater übernommen; der führte es als Schuhmacher davor 25 Jahre lang. 1974 übernahm Eugen Renz den Laden ebenfalls vom Vater, von Schuhmachermeister Robert Renz. 1850 lässt sich urkundlich der erste Schuhmacher in der Familie nachweisen – über ganze sieben Generationen erstreckt sich die Renz?sche Schuhtradition damit.

1912 kaufte Klaus-Peter Renz? Urgroßvater Jakob Renz das Haus in der Lindenstraße. Gemeinsam mit Ehefrau Christine betrieb er dort das Geschäft, in dem Schuhe maßgefertigt, aber auch repariert wurden. Bereits im Jahr 1908 begann Jakob Renz, Schuhe herzustellen – in der Luppachstraße. Bis in die 50er-Jahre hinein war die Landwirtschaft neben dem Schuhhandwerk das zweite Standbein: Direkt am Haus gab es einen Stall; in den oberen Stockwerken wohnte die Familie. Davon zeugen Fotos aus dieser Zeit. Im Jahr 2000 erfolgte ein umfangreicher Um- und Anbau.

Senior-Chef Eugen Renz, 74, hilft auch heute noch ab und zu im Laden aus, nimmt beispielsweise Reparaturen vor. In einer kleinen Kammer neben den Verkaufsräumen stehen noch mehrere alte Schuhmacher-Maschinen. Hier bewahrt Eugen Renz auch seine „Schuh-Schätze“ aus vergangenen Epochen auf: braune Golfschuhe mit Spikes, aus Vorkriegszeiten; schwere Wanderschuhe aus den 50ern, genagelt mit Eisen; durchgelaufene Kinderstiefelchen aus Leder, die fast 100 Jahre auf dem Buckel haben. Irgendwann möchte der 74-Jährige das antike Schuhwerk einmal ausstellen, „in einem kleinen Schuh-Museum“. In einem Schrank liegen Schuhlöffel aus Metall, außerdem eine alte Messlatte für Kinderfüße von „Storch“, dem Vorgänger von Elefanten.

Heute machen die Discounter Konkurrenz

Schuh ist natürlich nicht gleich Schuh. Aber auch das Geschäft mit den „Latschen“ wird immer schwieriger, sagt Geschäftsführer Klaus-Peter Renz, 49. In Zeiten, in denen sogar beim Discounter Stiefel, Sandalen, Sneaker und Co. zu haben sind, müssen auch Schuhverkäufer kämpfen. Hinzu kommt, dass junge Leute verstärkt ganz bestimmte „In-Label“ wollen, und die kaufen sie in Szeneläden.

„Im heutigen Zeitalter braucht man Marken, mit Billigzeug geht?s nicht“, sagt auch Senior-Chef Eugen Renz. Von Größe 18 bis 49 hat der Gomaringer Schuhladen so einiges im Angebot. Dabei wird vor allem auf Qualität gesetzt.

Jakob Renz, der Urgroßvater des heutigen Betreibers Klaus-Peter Renz, vor seinem Schuhhaus in der Lindenstraße. Aus einem der Fenster schaut seine Frau Christine. Das Bild muss um 1930 entstanden sein.

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Erstellt:
28. Juni 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
28. Juni 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. Juni 2012, 12:00 Uhr

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