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Kritisches statt Volkstheater

Seit 25 Jahren mittlerweile „goht ebbes“ beim Kulturverein

Open-Air-Festivals waren der Ursprung des Kulturvereins Oberndorf „s'goht ebbes“. Heute bietet die Kulturgarage ein vielfältiges Programm. Am Wochenende wird Jubiläum gefeiert.

24.07.2009
  • Walther Puza

Oberndorf. Vor 25 Jahren war der Kulturverein eine Art Insel in der Region. Kabarett oder dergleichen habe es auch im Rottenburger Waldhorn noch nicht gegeben, so Sieglinde Müller, die dem Verein seit dessen Gründung vorsteht. Heut sehe das ganz anders aus. Die Konkurrenz allerorten mache sich bemerkbar. Doch die Oberndorfer haben sich längst etabliert.

Immer wieder Titi Winterstein

Immer wieder war der Jazzgeiger Titi Winterstein bis zu seinem Tod im vergangenen Jahr zu Gast. Einmal sang ein bulgarischer Mädchenchor in Oberndorf, der anschließend die Carnegie Hall auf dem Tourneeplan hatte. Und viele gute Kabarettisten gaben sich am Fuße des Pfaffenbergs die Klinke in die Hand. Unter den ersten: Uli Keuler.

Aber die Geschichte hatte ganz anders begonnen. Die Wurzeln finden sich in der Katholischen Jungen Gemeinde. Die Jugendlichen hatten bereits zwei Open-Air-Konzerte veranstaltet. Weil das zweite Verluste eingebracht hatte, war die Idee aufgekommen, einen Verein zu gründen. Gesagt, getan. Doch den ersten Vorsitzenden wollte in der Gründungsversammlung am 16. November 1984 dann keiner machen.

Sieglinde Müller saß in dieser Versammlung. Eigentlich nur aus Interesse: „Ich wollte irgendwo Theater spielen und vielleicht ein bisschen Kunst machen“. Theater gespielt hatte sie nämlich bislang ringsum in anderen Städten und fand daher die Gründung des Vereins spannend. Plötzlich stand die gebürtige Wangenerin auf der Vorschlagsliste. Sie übernahm das Amt – „kommissarisch bis zum März, damit der Verein gegründet werden konnte“. Doch auch da fand sich kein anderer. So steht Müller dem Kulturverein bis heute vor.

Sieben Open Airs wurden noch veranstaltet. Von den 30 Gründungsmitgliedern sind noch 17 dabei. „Klar hat sich der Verein geändert“, sagt Müller. Die Open-Airs wurden aufgegeben, als es an die Einrichtung der Kulturgarage ging. „Da konnten wir das Risiko eines Open Air nicht mehr tragen“.

Die Open-Air-Konzerte wurden zu riskant

Eigentlich sollte die ehemalige Garage des Busunternehmens Hartmann für den Neubau einer Mehrzweckhalle abgerissen werden. Die Stadt erlaubte, daraus eine Kulturgarage zu basteln – mit der Auflage, innerhalb von vier Wochen abreißen zu können. 1995 war es mit viel Eigenleistung endlich so weit, und auch die Jugend bekam dadurch einen Treffpunkt. Mit einem Schultheater wurde Eröffnung gefeiert.

Die Oberndorfer lieben die Kulturgarage vor allem für Jahrgangstreffen bei der Oldie-Disco, so Müller. Beim 700-jährigen Orts-Jubiläum hätten sogar fast alle aus dem Ort an einem Festakt in Bildern mitgewirkt, bei dem die Dorfgeschichte auf der Bühne nachgestellt wurde. Ansonsten spielte der Kulturverein gerne Zeitkritisches. Müller: „Nicht das übliche Bauerntheater“.

Heute gibt es alle drei bis vier Wochen eine Veranstaltung: Sommernachtskino, Kabarett mit Dietlinde Elsässer, Ida Ott, Uli Keuler und Uli Boettcher steht in diesem Jahr noch auf dem Programm und natürlich die Oldie-Disco. Eigene Theaterproduktionen sollen künftig wieder vermehrt kommen.

Am Wochenende, 25. und 26. Juli, wird das Jubiläum vor und in der Kulturgarage gefeiert. Am Samstag startet um 21 Uhr ein Konzert mit der Gruppe 3 Finger Projekt – mit dabei Martin Norz, einst einer der Hauptorganisatoren der Open-Air-Konzerte. Der Sonntag beginnt um 11 Uhr mit einem „Gluzger“-Frühschoppen - die Schwabenjazzer spielten auch schon vor 25 Jahren in Oberndorf auf. Nach dem Kindertheater „Ätschagäbele“ um 15 Uhr und Ehrungen der Gründungsmitglieder um 17 Uhr findet das Fest seinen Abschluss mit den vierzehn Tänzerinnen von „Danza Vita“.

Seit 25 Jahren mittlerweile „goht ebbes“ beim Kulturverein
Rund 100 Helfer packten mit an, um das Oberndorfer Wiesenfestival im Juli 1986 gut über die Open-Air-Bühne zu bringen. Mit dabei war auch die Tübinger Rockband Running Oeuf mit ihrem Sänger Dieter Thomas Kuhn (links mit Mikrofon).

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24.07.2009, 12:00 Uhr

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