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Seit Montag Bürgermeister in Gomaringen
Schmiderer
Steffen Heß' erste Stunden als Rathaus-Chef

Seit Montag Bürgermeister in Gomaringen

Einen ähnlichen Amtsantritt hat die Gemeinde Gomaringen seit über 30 Jahren nicht mehr erlebt – weil sie keinen brauchte. Steffen Heß wurde gestern als neuer Bürgermeister vereidigt.

03.07.2012
  • Eike Freese

Gomaringen. Einen solch besonderen Festakt wollten sich nur wenige entgehen lassen. Und so war die Schar der Ehrengäste groß, die Rednerliste lang, die Kulturhalle mit knapp 500 Gomaringerinnen und Gomaringern gefüllt: Gestern Abend wurde Steffen Heß als Bürgermeister der Gemeinde verpflichtet. Das wurden zwar auch alle anderen Bürgermeister der vergangenen knapp 31 Jahre – nur hörten sie sämtlich auf denselben Namen: Manfred Schmiderer.

Heß dagegen ist trotz Gomaringer Hauptamtsleiter-Erfahrung ein junges und frisches Gesicht – und konnte dennoch gleich am ersten Arbeitstag mit Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid (SPD) ein politisches Schwergewicht begrüßen. Der Landes-Vize versprach beim Auftritt im Heimatwahlkreis, dass „diese Landesregierung den Kommunen und damit Gomaringen zur Seite stehen wird“. Stärke, so Schmid, müsse ein Land wie Baden-Württemberg aus der Fläche ziehen – und nur in der Zusammenarbeit mit den Kommunen ließen sich die Landesziele, etwa bei der Bildung, verwirklichen.

Landrat Joachim Walter riet dem frischgebackenen Rathauschef in einer ansonsten recht launigen Rede, mit dem Gemeinderat „immer das Gemeinsame und nicht das Trennende zu suchen“. Und in Bezug auf die erfolgreiche Arbeit Manfred Schmiderers vor Ort: „Ein gemähtes Wiesle zu übernehmen, heißt nicht, dass man es nicht auch pflegen muss – und manche Bäumle fällen, die inzwischen vielleicht in den Himmel gewachsen sind.“

Dußlingens Bürgermeister und erster Kreisverbands-Vize Thomas Hölsch riet dem Duz-Kollegen „Steffen“, den Spruch „Wahltag ist Zahltag“ stets zu bedenken und im Kopf zu behalten, dass das Bürgermeisteramt nur Verantwortung auf Zeit ist. Danach überreichte er Heß im Namen der Bürgermeisterkollegen ein überdimensionales Schokoladenschwein: „Nerven-Nahrung“, wie Hölsch betonte.

Der gestrige Festakt war zugleich einziger Tagesordnungspunkt von Heߒ erster öffentlicher Gemeinderatssitzung – mit dem Unterschied, dass die Bigband der Jugendmusikschule Steinlach und die Gesangvereine Frohsinn und Harmonie für ein festliches Ambiente und mächtig viel Applaus sorgten. Verwaltungswirt Heß zeigte sich erfreut über das große bürgerschaftliche Interesse und versprach augenzwinkernd, die Kindlersche Fabrik noch einmal zu überarbeiten, sollte die politische Neugier der Gomaringer weiter so überwältigend sein. Gemeinderat und Funktionsträgern stellte Heß „konstruktive Zusammenarbeit“ in Aussicht. Bürger könnten, so der 34-Jährige, an Gesellschaft, Staat und Gemeinde „nicht mehr Ansprüche stellen, als wir selbst bereit sind einzubringen“. Heß nannte als große Projekte den Umbau von Schlossscheuer und Kindlerscher Fabrik – und nahm gleich die Gelegenheit wahr, Minister Schmid vom Podium herabschmunzelnd auf Fördergeld anzusprechen.

Seit Montag Bürgermeister in Gomaringen
„Auf eine saugute Zusammenarbeit“: Steffen Heß (Mitte) bekommt ein großkalibriges Schokoladenschwein von Dußlingens Bürgermeister Thomas Hölsch.

Seit Montag Bürgermeister in Gomaringen
Raff

Steffen Heß, 34, ist erst der dritte Gomaringer Bürgermeister seit 1951. Ihm voraus gingen mit recht kurzen Amtsperioden der damalige Besitzer des Elektrizitätswerks Karl Beck (kommissarisch bis 1946), SPD-Politiker Heinrich Rapp (1946 bis 1948) und der vorige Wendlinger Bürgermeister Emil Hartung (1948 bis 1951). Heinz Raff, ehemals Gemeindeinspektor, wurde 1951 als Bürgermeister gewählt und blieb 30 Jahre im Amt. Sein Nachfolger war Manfred Schmiderer, 1981 gewählt und bis Juni Bürgermeister von Gomaringen. Schmiderer wurde für seine vierte Amtszeit im Jahr 2005 verpflichtet – damals noch im Gomaringer Schloss.

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03.07.2012, 12:00 Uhr

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