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Zur Person · Stanislaw Tillich

Selbsternannter Brückenbauer

Der neue Bundesratspräsident Stanislaw Tillich sieht sich als Brückenbauer - zwischen Bund und Ländern sowie zu den osteuropäischen Nachbarn.

07.11.2015
  • GUNTHER HARTWIG

In seiner Antrittsrede vor der Länderkammer in Berlin hat sich der sächsische Ministerpräsident betrübt über den Zustand der EU gezeigt. "Europa macht keine gute Figur", meinte Stanislaw Tillich, "man könnte auch sagen: Die EU der Nationalstaaten ist in der aktuellen Krise krank." Harte Worte, die weniger für den Zorn des neuen Bundesratspräsidenten sprechen als für die Enttäuschung eines überzeugten Europäers. Von 1994 bis 1999 saß der CDU-Politiker im Europäischen Parlament, weshalb ihn eine seiner ersten Auslandsreisen im frischen Amt auch nach Brüssel führen wird,

Nicht nur wegen seiner Erfahrungen dort glaubt der 56-Jährige, dass er sich als Brückenbauer eignet. Tillich, gelernter Ingenieur, ist Sorbe und kann sich bei Besuchen in den Nachbarländern auch auf Polnisch und Tschechisch verständigen. Deutschland, davon ist er überzeugt, sollte nicht den Fehler machen, nur auf die deutsch-französische Achse zu setzen, sondern ebenso auf gute Beziehungen zu den Ländern in Osteuropa.

Gegenwärtig hat der Regierungschef aus Dresden freilich mehr mit innenpolitischen Herausforderungen zu tun, vor allem mit dem Flüchtlingsstrom, den Sachsen dank eines computergestützten Meldesystems des Roten Kreuzes zu managen versucht. Krisenfest ist Tillich ohnehin: Einst von Kurt Biedenkopf entdeckt, bewährte er sich in verschiedenen Landesressorts, als Finanzminister beim Verkauf der Sachsen LB ebenso wie als Umweltminister beim Elbe-Hochwasser. Aktuell tüftelt der Ministerpräsident zusammen mit seinen Kollegen Horst Seehofer (CSU), Volker Bouffier (CDU), Olaf Scholz und Erwin Sellering (beide SPD) an der Reform des Bund-Länder-Finanzausgleichs - ein besonders hartes Stück Arbeit.

Selbsternannter Brückenbauer
Präsident des Bundesrates: Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Foto: dpa

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07.11.2015, 12:00 Uhr

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