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Selfie-Wahn nervt und
ärgert Stars
Andreas Bourani ist genervt von selfieverrückten Fans. Foto: dpa

Selfie-Wahn nervt und ärgert Stars

Fans, die ihren Star treffen, fragen meist nach einem Selfie. Manche Berühmtheiten finden das ziemlich traurig.

15.10.2016
  • DPA

Berlin. Ein Foto, das in den vergangenen Wochen online millionenfach geteilt worden ist, sagt viel aus über die „Generation Smartphone“: Die US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton winkt ihren Anhängern zu. Und was machen die? Sie drehen Clinton den Rücken zu, um mit ihren Smartphones ein Selfie zu machen. Mit dem eigenen Gesicht im Vordergrund, im Hintergrund eine winkende Clinton. Ein toller Schnappschuss, um ihn auf Facebook und Twitter zu zeigen.

„Social Media ist, wenn alle von dir wegschauen, um dich zu teilen“, twitterte danach Martin Oswald, Leiter von SRF-Online. „Der Rücken seines Gegenübers als neue Form der Anerkennung“, schrieb der Branchendienst „Meedia“.

Darüber diskutieren auch viele Prominente, die fast täglich diese Form der „Anerkennung 2.0“ zu spüren bekommen.

„Dieser Selfie-Wahnsinn heute geht mir dermaßen auf den Geist. Ich finde es traurig“, sagt der Sänger Andreas Bourani (32). „Wenn ich Leuten begegne, haben sie überhaupt kein Interesse daran, mit mir zu reden und mich kennenzulernen. Dann hätte ich auch was von der Begegnung.“

„Ich bin sehr an Menschen interessiert“, sagt Bourani, „an den Geschichten, was sie erlebt haben, woher sie kommen. Aber die Leute wollen sich nur noch mit mir zeigen, um es anderen zu zeigen.“

Früher haben Fans ihre Idole nach einem Autogramm gefragt und konnten dabei Nettigkeiten austauschen. Der Selfie-Jäger hingegen ist damit beschäftigt, sein Smartphone zu entsperren und die Kamera zu bedienen.

Justin Bieber (22) hat die Nase davon voll, für Fotos mit Fans auf der Straße zu posieren. „Ich fühle mich wie ein Tier im Zoo“, schrieb er auf Instagram. „Ich schulde niemandem ein Foto.“ Er wolle die neue Technik auf keinen Fall „verteufeln“ und sei selbst in sozialen Netzwerken aktiv. „Aber man muss es immer als Werkzeug betrachten, es darf einen nicht übermannen oder Kommunikation zwischen Menschen ersetzen.“ dpa

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15.10.2016, 06:00 Uhr

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