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Bahnverkehr

Serbien und Kosovo auf Kollisionskurs

Albaner stoppen Propagandazug, Belgrad droht mit Einsatz seiner Armee.

17.01.2017
  • DPA

Belgrad. Ein Personenzug, den Serbien am Samstag erstmals seit fast 20 Jahren auf die Reise von Belgrad ins Kosovo schickte, hat für einen neuen Tiefpunkt in den ohnehin zerrütteten Beziehungen zwischen beiden Ländern gesorgt. Albanische Polizisten stoppten den Zug an der Grenze.

Serbiens Präsident Tomislav Nikolic drohte daraufhin mit militärischem Einsatz. „Wir werden die Armee schicken, um die Serben vor ihrer potenziellen Ermordung zu schützen“, sagte er nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates: „Wenn Serben umgebracht werden, werden wir die Armee schicken.“

Serbien hatte den Zug nach dem Bürgerkrieg vor fast zwei Jahrzehnten auf die Reise in den Norden des Kosovos geschickt, wo die serbische Minderheit die lokale Mehrheit stellt. Allerdings hatte der von Russland gekaufte Zug viele umstrittene Symbole an Bord. So war er mit Fotos von Fresken aus serbischen Klöstern im Kosovo geschmückt. In zahlreichen Sprachen – auch in Albanisch war auf dem Zug zu lesen „Kosovo ist Serbien“. Kosovo-Präsident Hashim Thaci sprach von einer Provokation und verlangte von den Sicherheitskräften, den Zug zu stoppen.

„Thaci hat wegen des Zugs beinahe einen Krieg ausgelöst“, schrieb die serbische Regierungszeitung „Novosti“ am Sonntag auf der Titelseite. „Wir haben einen Zug und keinen Panzer geschickt“, empörte sich Serbiens Regierungschef Aleksandar Vucic am Samstagabend.

Die Spezialeinheit der Polizei sei mit Gewehren und gepanzerten Fahrzeugen angerückt. Serben aus der Region hatten die Polizisten eingekreist. Um Blutvergießen zu vermeiden, habe er die Rückkehr des Zuges nach Belgrad angeordnet, sagte Vucic. „Das ist meine letzte Warnung an die Albaner, keinen Angriff auf Serben im Kosovo zu versuchen“, sagte der Politiker: „Denn das wird Serbien nicht erlauben.“ Das fast nur noch von Albanern bewohnte Kosovo war 2008 von Serbien abgefallen. Belgrad will seine frühere Provinz zurückhaben. Die EU vermittelt seit Jahren weitgehend ohne Erfolg. Die kosovarische Regierung in Pristina bat die EU einzugreifen. Bei der Wiederaufnahme des Zugverkehrs handle es sich um eine Einmischung Serbiens. dpa/afp

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17.01.2017, 06:00 Uhr

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