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Medien

Sexuelle Übergriffe: US-Starmoderator muss gehen

Konservativer Sender Fox News verliert mit Bill O'Reilly eines seiner größten Aushängeschilder.

21.04.2017
  • DPA

Washington. Der konservative US-Sender Fox News verliert eines seiner größten Aushängeschilder. Nach Berichten über sexuelle Übergriffe trennte sich der Sender von seinem Moderator Bill O‘Reilly. „Nach einer sorgfältigen Prüfung der Vorwürfe stimmen das Unternehmen und Bill O‘Reilly überein, dass Bill O‘Reilly nicht zu Fox News zurückkehren wird“, hieß es in einer Stellungnahme der 21st Century Fox, dem Mutterunternehmen des zum Imperium von Rupert Murdoch gehörenden Senders.

Die „New York Times“ hatte Anfang des Monats berichtet, O‘Reilly und Fox News hätten etwa 12,1 Millionen Euro als Schweigegeld an fünf Frauen gezahlt, um Klagen wegen sexuellen Missbrauchs gegen den 67-Jährigen zu vermeiden. In den vergangenen Tagen stieg der Druck auf den Sender. Etliche Firmen stoppten ihre Werbung. O‘Reilly bestritt alle Vorwürfe und vermutete eine Verschwörung gegen sich. Er reagierte enttäuscht auf seinen Abgang. Er sei immer stolz auf seine Arbeit bei Fox News gewesen. „Es ist ungeheuer entmutigend, dass wir wegen völlig haltloser Anschuldigungen getrennte Wege gehen müssen“, erklärte er

Der „O‘Reilly Factor“ war eine der beliebtesten politischen Sendungen bei Fox. O‘Reilly wurde dabei über Jahrzehnte als provozierender Fragesteller und Meinungsmacher wahrgenommen. Er fiel durch teils extreme Positionen auf. So erklärte er, die Todesstrafe sei für einige Straftäter zu human, diese hätten stattdessen Arbeitslager verdient.

Zuletzt hatte sich US-Präsident Donald Trump hinter den Moderator gestellt. Dieser sei „kein schlechter Mensch“, sagte der Präsident nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen den Moderator. Fox News ist in den vergangenen Wochen zu einer Art Haussender für Trump geworden. Während dieser andere Medien als Staatsfeinde beschimpfte, lobte er die angeblich stets korrekte Darstellungsweise des Senders, dessen Journalisten sich oft lobend über seine Politik äußern.

Fox News war in der Vergangenheit mehrfach wegen sexueller Übergriffe hochrangiger Mitarbeiter in die Schlagzeilen geraten. Unter anderem musste der frühere Sender-Chef Roger Ailes gehen. dpa

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21.04.2017, 06:00 Uhr

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