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24.11.2015

„Fast wie in den Sixties“, freut sich Jason Bond, der gutmütige Maitre des New Yorker Boheme-Salons Shortbus, wo Menschen jeden Alters und jedweder sexueller Neigung allabendlich eine große und meist überaus fröhliche Orgie feiern. Eine Hand voll davon greift sich John Cameron Mitchell, Erfinder des aparten Underground-Musicals „Hedwig And The Angry Inch“ (2001), heraus, um in Short-Cuts-Manier ihr Gefühls- und Sexualleben vorzuführen – letzteres ohne jede Scheu vor größtmöglicher Detailgenauigkeit.

Unter anderem treten auf: eine Paartherapeutin ohne Orgasmus-Erfahrung, ein schwules Pärchen auf der Suche nach einem neuen Beziehungs-Kick, eine ihren Beruf verabscheuende Domina mit Kunstambition. Für sie alle wird der Sex im Club, vor allem aber die der Spießer-Konvention entledigten Umgangsformen, zu einer kathartischen Erfahrung. Die Altvorderen der sexuellen Revolution hätten also ihre Freude an dem der schwulen Subkultur entstammenden Regisseur – auch wenn die Beweisführung mangels Charaktertiefe der Figuren nicht sonderlich plausibel ausfällt.

Überzeugender als die Botschaft ist die Machart des Films: eine kraftvolle Antithese sowohl zur eiskalten Leistungs-Ästhetik des gängigen Pornofilms als auch zur Prüderie des Hollywood-Mainstreams. Die ironische Verspieltheit (inklusive eines atemraubenden Cartoon-New-York), der lässige Humor, die großartige Musik (Yo La Tengo, Animal Collective), mit denen Mitchell und sein Team die Sexualität zum Urquell des Glücks stilisieren, muss man einfach mögen.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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