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„Sie brannte lichterloh“
Eine Kriminalbeamtin untersucht am Tatort des grausigen Verbrechens eine Decke, mit der Passanten versuchten, die Flammen zu löschen. Foto: dpa
Gewaltverbrechen

„Sie brannte lichterloh“

Ein Mann hat in Kronshagen bei Kiel eine Frau mit Benzin übergossen und angezündet. Sie erlag gestern Abend ihren Brandverletzungen.

08.12.2016
  • DPA

Kronshagen. Grausige Szenen am Morgen vor einem Krankenhaus in Kronshagen bei Kiel: Auf einem Gehweg übergießt ein Mann eine Frau mit einer brennbaren Flüssigkeit. „Da war mir klar, da zündet jemand die Frau an“, sagt die Augenzeugin Angela Hauschild, und: „Die Frau hat lichterloh gebrannt.“

Sie sieht das Geschehen aus nächster Nähe. Sie sei sofort in die Klinik gelaufen, berichtet sie, habe Polizei und Rettungskräfte informiert.

Auch andere Passanten und Mitarbeiter der Klinik werden Zeugen. Sie sehen, wie die Frau über die Straße rennt. Brennende Kleidungstücke fallen herab. Sie alarmieren ebenfalls die Polizei, wie ein Polizeisprecher sagt. Und sie stoppen die Frau auf dem gegenüberliegenden Gehweg, wo sie versuchen, die Flammen mit Decken zu ersticken.

Zunächst ohne Erfolg. Erst ein weiterer Mann, der mit einem Feuerlöscher anrückt, kann die Frau löschen. „Das war eine gefühlte Ewigkeit, bis die Flammen aus waren“, sagt Hauschild.

Die 38-jährige Frau, Mutter zweier Kinder, wird mit lebensbedrohlichen Brandverletzungen zunächst in ein Kieler Krankenhaus gebracht, später in eine Spezialklinik verlegt. Dort stirbt sie mehrere Stunden später.

Die Frau ruft nach ihren Kindern

Als die Schwerverletzte von den Einsatzkräften in den Rettungswagen geschoben wird, habe sie gerufen: „Meine Kinder, meine Kinder, was wird mit meinen Kindern?“, sagt Hauschild. Die Augenzeugin ist aufgewühlt. Die Bilder, die Schreie. „Das werde ich mein Lebtag nicht vergessen“, sagt sie. Für sie und die anderen Zeugen steht ein Kriseninterventionsteam bereit.

Der Tatverdächtige läuft zunächst weg, wird von Einsatzkräften aber schnell in der Nähe des Tatortes festgenommen. Es ist der 41 Jahre alte, von dem Opfer getrennt lebende Ehemann. Die beiden wohnten seit vielen Jahren in Kiel.

Hintergründe und Motive stehen noch nicht fest. „Eine Beziehungstat kann jedoch angenommen werden“, heißt es in der Polizeimitteilung. Die drei und sieben Jahre alten Kinder des Paares werden vom Jugendamt in einer Pflegefamilie untergebracht.

Das Gelände vor der Klinik wird abgesperrt. Die Ermittler sichern die Spuren am Tatort. Sie sichten Beweisstücke wie ein Haarband und eine Mütze, die auf dem Gehweg vor der Klinik liegen. Auch die zum Teil stark verkohlten Decken, die auf dem gegenüberliegenden Gehweg liegen, werden fotografiert, untersucht und später in Plastiktüten verpackt mitgenommen.

In dem grausigen Fall sind noch viele Fragen offen. Augenzeugen berichten davon, dass der mutmaßliche Täter sein Opfer gleich zweimal in Brand gesteckt haben soll – das zweite Mal, kurz nachdem Retter die Flammen erstickt hatten. Dem widerspricht die Polizei: „Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist sie einmal angezündet worden.“ dpa

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08.12.2016, 06:00 Uhr

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