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Horb · Freizeit

Sieben Wochen fasten – sieben Bücher lesen

Warum sollen die Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostern nur von Verzicht geprägt sein? Man kann sich doch auch etwas gönnen – Zeit zum Lesen, beispielsweise.

27.02.2020

Von Manuel Fuchs

Sieben Bücher für sieben Wochen. Die Auswahl ist willkürlich, aber vielleicht inspiriert sie.Bild: Manuel Fuchs

Die Auswahl ist groß: Auf fast 14000 Romane, Sachbücher, Reiseführer, Jugend- und Kinderbücher, Zeitschriften, Filme und Hörbücher können Inhaber eines Benutzerausweises in der Stadtbücherei Horb zugreifen. Daraus für die Fastenzeit sieben passende auszuwählen, ist Glücksache – und eine persönliche Entscheidung.

Monika Bauer, Leiterin der Stadtbücherei Horb.

Monika Bauer, die Leiterin der Bücherei, erkennt aber ein paar Trends im Literaturgeschmack: „Familiengeschichten mit historischem Anspruch sind gerade ein Thema“, erklärt sie. „Historisch“ meint hier die jüngere Vergangenheit. „Das Kino am Jungfernstieg“ von Micaela Jary erzählt die Geschichte einer jungen Cutterin, die nach dem Zweiten Weltkrieg in ihre Heimatstadt Hamburg zurückkehrt, wo ihre Mutter ein einst glamouröses Lichtspielhaus mehr schlecht als recht über die Runden bringt.

Ein weiter Tipp: „Düsternbrook“ von Axel Milberg begleitet einen Jungen durch seine Kindheit im Kieler Villenviertel Düsternbrook, die für ihn viele merkwürdige Beobachtungen bereithält. In der Vorstellung, Außerirdische hätten ihre Finger im Spiel, findet er vorübergehend und hilfsweise Erklärungen.

Wer literarisch lieber nicht in die Ferne schweifen, sondern das Naheliegende genießen möchte, kann sich erklären lassen, „Wie der Schwarzwald erfunden wurde“ und wie das Trachtenaccessoire der Gemeinde Gutach – der rote Bollenhut nämlich – zum Sinnbild für eine ganze Region wurde, genauer gesagt: gemacht wurde.

Ilka Peemüller hat in „Heimat“ 35 bekannten Persönlichkeiten von Lothar Matthäus über Claudia Roth bis H. P. Baxxter ihre persönliche Ansicht zu diesem nicht immer einfachen Begriff und seiner individuellen Bedeutung abgetrotzt. Nicht immer tiefgründig in der Sache, aber zum Teil überraschend, mit welchem Promi man sich als Leser auf einer Wellenlänge wiederfindet.

„Das große Buch der Brezel“ von Irene Krauss widmet sich heimatlicher Backkunst mit einem Augenzwinkern. Mancher glaubt gar, die Butterbrezel sei der am heftigsten unterschätzte Beitrag der Schwaben zur deutschen Kulinarik.

Wer das immaterielle Kulturerbe der Schwäbisch-Alemannischen Fasnet schon vermisst, kann sich mit Inspirationen aus dem Bildband „Deutschlands Welterbe“ auf die Reise zu 42 materiellen Sehenswürdigkeiten von vergleichbarem Rang machen.

Und wer lieber das blaue Band des Frühlings durch die Zeilen flattern sehen möchte, findet in „Des Sommers letzte Rosen“ eine Sammlung der 100 – angeblich – beliebtesten deutschen Gedichte der zurückliegenden 1000 Jahre. Zwischen Herrn von Ribbeck und Prinz Eugen, zwischen Hölderlin und Heine, zwischem dem Grab im Busento und der Schwalbe auf dem Eriesee findet sich viel zum Erinnern, Rezitieren und – für besonders ambitionierte Fastenzeitleser – vielleicht gar zum Auswendiglernen.

Informationen zur Stadtbücherei Horb

Geöffnet ist die Stadtbücherei Horb im Bürgerkulturhaus, Marktplatz 4, montags von 14 bis 19 Uhr, mittwochs von 14 bis 18 Uhr, freitags von 9.30 bis 17.30 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr.

Benutzerausweise werden an Kinder ab 6 Jahren vergeben, Unter-14-Jährige benötigen das schriftliche Einverständnis der Eltern. Kinder und Jugendliche zahlen 50 Cent für den Ausweis; Erwachsene zahlen 10 Euro Jahresbeitrag.

Kontakt: 07451/6970, www.buecherei-horb.de

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Erstellt:
27. Februar 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
27. Februar 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 27. Februar 2020, 01:00 Uhr

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