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Der Kommentar

Sieben gute Gründe fürs Gôgenbähnle

Dass bald ein als Lok verkleideter Traktor mit zwei Waggons durch Tübingen tuckern könnte, an Bord lauter unternehmungslustige Touris, die einem vergnügt zuwinken, das wird nicht jedem in Tübingen gefallen. Unter einer Regionalstadtbahn hatte man sich in der Öko-Stadt doch etwas anderes vorgestellt. Aber die Tübinger haben sich schon mit vielem angefreundet (Taubenhaus, Blumenbrücke), sie werden auch ihr Gôgenbähnle noch liebgewinnen. Schließlich hat das putzige Ding ein paar Vorzüge.

19.06.2015
  • Ulrich Janssen

Die sieben wichtigsten zählen wir mal auf.

1. Vielen Eltern fällt es schwer, ihre Kinder am Samstagvormittag für einen gepflegten Stadtbummel zu gewinnen. Die Aussicht auf eine Bimmelbahn-Fahrt wird das schlagartig ändern. Kinder lieben bekanntlich alles, was teuer ist.

2. Wenn der Onkel oder die liebe Tante zu Besuch kommen, ist die Freude bei uns allen erfahrungsgemäß groß. Andererseits tut manchmal eine kleine Pause von der Verwandtschaft auch ganz gut. Unser Tipp: Den Gästen eine vierzigminütige Rundfahrt mit der neuen Bahn spendieren, hinterher haben sich alle wieder lieb.

3. Tübingen braucht Touristen, keine Frage. Aber stehen sie nicht auch oft im Weg herum? Mit dem Bähnle kann man sie unauffällig einsammeln und punktgenau dort absetzen, wo sie gebraucht werden (Gartenrestaurant, Löwen-Laden, Automuseum).

4. Beim Shoppen sind Tübinger oft arg gehemmt. Lieber sitzen sie herum, trinken Capuccino und halten das Geld zusammen. Das fröhliche Gebimmel des zwei Meter breiten Bähnles könnte ihnen den Weg in eines unserer liebenswerten inhabergeführten Innenstadtgeschäfte erleichtern.

5. Der Dieselmotor ist sicher ein Problem in der Hauptstadt der grünen Bewegung. Andererseits: Bei jedem Traktortreffen wird die Umwelt mehr verschmutzt, da kommt es auf das bisschen Diesel auch nicht mehr an. Vielleicht könnte Tübingens Oberbürgermeister ja dafür sorgen, dass – als Ausgleich – die TraktorEvents in den Nachbargemeinden künftig untersagt werden?

6. Der Coolness-Faktor eines Gôgenbähnle ist naturgemäß begrenzt. Doch mit Cocktailbar, Shisha-Lounge und 1000-Watt-Verstärker wird aus dem Ding im Nu ein heißer Party-Express. Tübingen könnte dank Bähnle zu einer bundesweit angesagten Party-Location werden.

7. Immer wieder wird den Politikern vorgeworfen, sie seien zu weit weg von den Menschen. Auch hier könnte die Bahn einiges bewirken. In den beiden Waggons findet bequem der gesamte Tübinger Gemeinderat Platz (plus Presse). Bei einer Sitzung „on the road“ käme es zwangsläufig zu befruchtenden Begegnungen mit der Bevölkerung.

Eigentlich schade, dass man das am Montag nicht gleich ausprobieren kann. Dann ist das Bähnle Thema im Rat.


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