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Siegemund überzeugt, Kerber enttäuscht
Laura Siegemund dreht in Stuttgart auf. Foto: afp
Tennis

Siegemund überzeugt, Kerber enttäuscht

Das Stuttgarter Turnier verliert seine Titelverteidigerin. Die Vorjahres-Finalistin ist eine Runde weiter.

28.04.2017
  • HELEN WEIBLE

Was Laura Siegemund da in ihrem Achtelfinalmatch beim Stuttgarter Porsche Grand Prix gegen Svetlana Kuznetsowa (WTA 9) ablieferte, hätte das Zeug zu einem Spitzenspiel am Abend gehabt. Nun fand die Partie, die Siegemund mit 6:4, 6:3 nach zwei Stunden für sich entschied, mittags um 12 Uhr statt. Doch wer da war, erlebte Tennis von seiner schönsten Seite. Von der top fitten Siegemund darf man bei dieser 40. Ausgabe des Stuttgarter Turniers wieder viel erwarten. Die Titelverteidigerin Angelique Kerber hingegen strich gestern überraschend die Segel.

In ihrem ersten Match scheiterte Kerber an einer sehr stark aufspielenden Kristina Mladenovic. Nach der 2:6, 5:7-Niederlage musste die 29-Jährige geknickt den Centre Court verlassen, auf dem sie die vergangenen beiden Jahre immer triumphiert hatte. Die Französin brachte die Weltranglistenzweite mit platzierten Grundlinienschlägen stets in Bredouille. Auch im zweiten Satz vermochte Kerber trotz großen Kampfes das Blatt nicht mehr zu wenden. „Das war mein schlechtestes Match dieses Jahr“, gab sie mit traurigen Augen zu. „Ich habe nie zu meinem Rhythmus gefunden.“ Damit verliert das Stuttgarter Turnier überraschend früh sein Zugpferd.

Hätte Siegemund anstatt Ekaterina Makarowa (WTA 43) gegen Maria Scharapowa gespielt, dann wäre die Tennis-Königin wohl schon in ihrem zweiten Match ausgeschieden. Doch im mäßigen russischen Duell hatte Scharapowa mit 7:6, 6:1 zumindest im zweiten Satz klar das Sagen. Ihr neuntes Ass als Matchball war eines der wenigen Highlights. Ansonsten merkte man der nach einer Dopingsperre zurückgekehrten Diva an, dass ihr immer noch ein wenig das Gefühl fürs Timing und die Gegnerin fehlte. „In diesem Spiel waren deutlich weniger Emotionen, die ich bewältigen musste“, sagte sie nach ihrem zweiten Erfolg, der ihr weitere Punkte für die Weltrangliste einbrachte.

Werbung in eigener Sache

Die Lokalmatadorin indes, die vergangenes Jahr im Finale Kerber unterlegen war, beharkte sich mit der Russin Kuznetsowa von Anfang an auf ganz hohem Niveau. Zunächst wechselte der Vorteil häufig hin und her. Allein das zweite Spiel dauerte 20 Minuten, bis eine Entscheidung gefallen war. Mit einem klassen Volleyspiel holte sich Siegemund schließlich das Break zum 2:1. Auch danach folgten einige spektakuläre Ballwechsel mit Raffinessen, die das Herz des Tennisfreundes höher schlagen ließen. Kuznetsowa spielte den Ball sogar rücklings durch die Beine zurück. Siegemund gelangen hervorragende Stops. Nachdem die Metzingerin sich mit ihrem Trainer Markus Gentner kurzgeschlossen hatte und ihren Aufschlag nochmals verbesserte, verdiente sie sich den ersten Satzgewinn zurecht.

Mit großartigem Tennis auch im zweiten Satz machte Siegemund beste Werbung für sich selbst. Sie präsentierte sich in Topform, agierte kraftvoll, clever und spritzig, ersprintete fast unmögliche Bälle und erinnerte an die Spielerin vom vergangenen Jahr, als sie das Publikum in der Arena in helle Begeisterung versetzt hatte. Als sie sich den Punkt zum ersten Matchball sicherte, hüpfte sie wie ein Flummi beidbeinig in die Höhe – sie wusste bereits hier, was ihr heute alles gelungen war. Helen Weible

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28.04.2017, 06:00 Uhr

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