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Mit Altarbild aus dem 16. Jahrhundert

Sigisbert Schwind hat sein neues Bildstöckle in Glatt eingeweiht

Im Rahmen des Kirchenfestes zum St. Gallus Patrozinium in Glatt wurde am Sonntag das von Pfarrer und Dekan im Ruhestand Sigisbert Schwind gestiftete Bildstöckle in der Allerheiligenstraße gesegnet.

19.10.2010
  • Margita Manz

Glatt. Pfarrer und Dekan im Ruhestand Sigisbert Schwind erzählte die Geschichte des Bildstockes von der Stiftung als Dankstein 1870 durch seinen Urgroßvater Joachim Schwind bis zur Einweihung des neuen Bildstockes am Sonntag (wir berichteten). Schwind berichtete von der Rettung der ursprünglich im Bildstock stehenden kostbaren „Mutter Gottes“, deren Besitzer er und seine Schwester Edeltraud sind, an deren Stelle eine Lourdesmadonna eingesetzt wurde, die nun aufwendig renoviert im neuen Bildstock ihren Platz gefunden hat. „Glaube – Hoffnung – Liebe“ – wie die Gnadenquelle von Lourdes soll sie auch Zeichen der Gnadenquelle für die Familie Schwind und das Dorf Glatt sein.

Nach Abriss des baufälligen ersten Bildstockes wurde nach Verkauf des Schwindschen Grundstücks ein neuer Platz auf öffentlichem Grund an der Ecke Allerheiligen-/Oberamtstraße gefunden.

Der neue Bildstock weist nun aber eine Besonderheit auf: Eigentlich sind es zwei Bildstöcke in einem, da auf der linken, der Straße zugewandten Seite ein weiteres Heiligenbild eingelassen ist.

Sigisbert Schwind erzählte am Sonntag auch dessen Geschichte: Vor zwei Jahren wurde für einen Bildstock im Rottenburger Kreuzerfeld, wo Schwind heute lebt, ein Spender gesucht, da dort ein altes Steindenkmal ersetzt, jedoch ohne Bildtafel aufgestellt werden sollte. Schwind beschloss ließ also auf seine Kosten ein Bild malen, als dieses aber eingesetzt werden sollte, erfuhr er, dass Bischof Gebhard Fürst auch ein Bild spenden wollte und der Auftrag dazu schon erteilt sei. Dem Bischof natürlich den Vortritt lassend, beschloss Schwind, sein Bild dann eben als Bildstock-Gemälde im ebenfalls von ihm gespendeten Glatter Bildstock einzubauen. Die Kreuzigungsszene von Mathis Gothart Grünewald (1512 bis 1516) hatte Schwind im Miniaturformat vom Rottenburger Zeichner Wolfgang Müller malen lassen. Im Original ist das Gemälde Hauptbild der Werktagsseite des Isenheimer Altars, der aus insgesamt zehn Gemälden besteht und heute im Musée d´Unterlinden in Colmar mit allen drei Schauseiten ausgestellt ist. Das Bild zeigt die Kreuzigungsszene auf Golgatha mit vier Zeugen des Sterbens Christi: Gottesmutter Maria, ohnmächtig zusammengesunken, aufgefangen vom Jünger Johannes, Maria Magdalena und Johannes der Täufer. Dieser weist mit langem Finger auf den toten Christus. Eine Inschrift gibt die Botschaft weiter: Illum oportetcrescere me autem minui, eine Stelle aus dem Johannes-Evangelium: Jenem gebührt zu wachsen, mir aber, kleiner zu werden.

Da diese Botschaft auch im Leben des Sigisbert Schwind eine große Rolle gespielt habe, hat dieser sich für dieses Bild entschieden. Heilige für die Allerheiligenstraße und die Mutter Gottes als Fürsprecherin für alle Nachkommen der Familie Schwind und der Gemeinde Glatt.

Nach der Segnung durch Dekan Alexander Halter und musikalische Umrahmung des Glatter Musikvereins unter Leitung von Angela Österle gab es Dankesworte von Schwind an Malermeister Alfred Edelmann, Steinmetz Alois Baier und Kunstschmied Meinrad Mau.

Grußworte sprachen von der katholischen Pfarrgemeinde Monika Dechant, außerdem Ortsvorsteher Helmut Fleiner, Alfred Edelmann und Siegfried Esslinger, der spontan vom Bürger- und Kulturverein eine Sitzbank für den Platz vor dem Bildstock gespendet hat. Esslinger versäumte es aber auch nicht, Sigisbert Schwind an sein Versprechen zu erinnern, die originale Glatter Barock-Madonna nach seinem Tod als Leihgabe ins Glatter Schlossmuseum zu geben.

Urgroßvaters Versprechen

Sigisbert Schwind hat sein neues Bildstöckle in Glatt eingeweiht
Das Kreuzigungsbild aus dem Isenheimer Altar von Mathis Gothart Grünewald, reproduziert von Wolfgang Müller, ist seitlich im neuen Glatter Bildstock eingelassen.

Sigisbert Schwind hat sein neues Bildstöckle in Glatt eingeweiht
Pfarrer und Dekan im Ruhestand Sigisbert Schwind und Dekan Alexander Halter sangen Ave Maria.

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19.10.2010, 12:00 Uhr

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