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SPD

Sigmar Gabriel will Wirtschaftsminister bleiben

Der Parteichef strebt nicht ins Außenamt. Und über eine mögliche Kanzlerkandidatur will er erst im Januar sprechen.

01.12.2016
  • ULRICH BECKER UND GUNTHER HARTWIG

Stuttgart. SPD-Chef Sigmar Gabriel will nicht ins Außenamt wechseln, sondern Wirtschaftsminister bleiben. „Sich um Arbeitsplätze kümmern, die deutsche Wirtschaft voran bringen und dabei auch nicht die Verkäuferinnen und Lagerarbeiter bei Tengelmann zu vergessen, mache ich mit großer Freude an der Arbeit“, sagte Gabriel im Interview der SÜDWEST PRESSE. Ob er auch als Kanzlerkandidat antritt, will er jedoch erst im Januar verkünden. Die SPD stehe bei dieser Frage nicht unter Zeitdruck, betonte der Parteichef: „Bei uns gibt es gute Ideen und mehr als einen Kopf. Das ist für uns eine ganz komfortable Lage.“

Um diese Ideen an die Wähler zu bringen, sieht Gabriel Politiker in der Pflicht, sich wieder stärker auf die Bürger zuzubewegen. „Wir müssen uns auch kulturell wieder öffnen“, forderte er. „Manchmal ersticken wir in Formeln der politischen Korrektheit. Kann man sich ohne das Risiko einer pädagogischen Ermahnung auch dann zu Wort melden, wenn man über keinen gegenderten Sprachgebrauch verfügt oder vielleicht noch nicht mal weiß, was ,gender mainstreaming' ist?“ Es gebe einen Sprachcode, der zwischen Oben und Unten teile.

Für den Wahlkampf sieht Gabriel einen neuen Umgang der Parteien. „Ich vermute, 2017 wird der erste Bundestagswahlkampf ohne feste Koalitionsaussage aller Parteien“, sagte der SPD-Chef. Alle, auch die Sozialdemokraten, würden Inhalte betonen, für die sie in den Wahlkampf ziehen, „und am Ende koalieren wir mit demjenigen, mit dem wir am meisten davon durchsetzen können.“ Für die SPD bedeute das, in Bildung, bezahlbare Wohnungen, Forschung und Verkehr zu investieren. Das sei auch der richtige Weg, um Wähler von der AfD zurückzugewinnen: „Indem wir ihnen zeigen, dass wir was für sie tun. Wohnungen bauen, für die auch Verkäuferinnen und Altenpfleger die Miete bezahlen können. Familien entlasten, indem wir die Gebühren für Kindertagesstätten abschaffen. Die Gemeinden und Dörfer nicht verkommen lassen.“

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01.12.2016, 06:00 Uhr

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