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Sigurdssons Absprung nach Japan
Erfolgstrainer Dagur Sigurdsson kann sich eine Zukunft in Fernost vorstellen. Foto: Eibner
Handball

Sigurdssons Absprung nach Japan

Der Bundestrainer hat eine attraktive Offerte erhalten. Sein Abschied steht bevor. Für DHB-Präsident Bob Hanning beginnt die Nachfolgersuche.

09.11.2016
  • SID

Hamburg. Statt Boss der „Bad Boys“ bald „Big in Japan“, Aufbauarbeit beim Handball-Exoten statt Medaillenjagd mit dem Europameister: Dagur Sigurdssons Abgang als Bundestrainer rückt näher. Dem Isländer liegt eine unterschriftsreife Offerte aus Japan vor. Eine endgültige Entscheidung ist zwar noch nicht gefallen, doch die Chancen des Deutschen Handballbundes (DHB) auf eine Weiterbeschäftigung seines Heilsbringers tendieren gegen Null.

„Wenn er Japan macht, ist es eine Sache der Lebensphilosophie, dann wird es schwer für uns“, sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning. Es gebe zwar „definitiv keinen neuen Fakt“, betonte der starke Mann im deutschen Handball. Doch nach einem gemeinsamen Kaffee mit dem Erfolgstrainer am Montag spürt er: Nach der WM zu Jahresbeginn in Frankreich (11. bis 29. Januar 2017) wird Sigurdsson seine Zelte beim Olympia-Dritten abbrechen. „Wenn ich wüsste, dass wir gegen Vezprem oder Paris antreten, hätten wir eine realistische Chance, den Kampf zu gewinnen“, sagte Hanning, wenn aber „der Sport und der finanzielle Aspekt nicht im Mittelpunkt stehen, sind uns die Hände gebunden“.

Entscheidung noch im November

In Fernost soll Sigurdsson im kommenden Jahr die japanische Auswahl übernehmen, um sie auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio vorzubereiten. „Ich möchte das Thema gerne bis Ende November abschließen“, sagte Hanning, „und Dagur sieht das genauso“. Laut Bild-Zeitung zieht es Sigurdsson aus familiären Gründen von Berlin aus zurück nach Island. Von dort würde der Vater von drei Kindern, der die deutschen Handballer im Januar sensationell zum EM-Titel und im Sommer zu Olympia-Bronze führte, zu Lehrgängen und Spielen regelmäßig nach Japan fliegen.

Das Land der aufgehenden Sonne wäre für Sigurdsson kein Neuland, das Engagement keine Überraschung. Von 2000 bis 2003 war er Spielertrainer bei Wakunaga Hiroshima und gilt seither als glühender Japan-Fan. Im Herbst des vergangenen Jahres hospitierte zudem Manabu Todoroki als Gesandter aus dem Trainerstab des japanischen Männer-Nationalteams beim DHB. Sigurdsson selbst hatte den Kontakt hergestellt. Sein Vertrag beim DHB läuft eigentlich noch bis 2020, eine Option – zu ziehen bis zum 31. Dezember dieses Jahres – ermöglicht ihm allerdings den vorzeitigen Ausstieg zum 30. Juni 2017. Und weil das DHB-Präsidium schon seit einer Weile von einem Rückzug Sigurdssons ausgeht, fahndet die Verbandsspitze ungeachtet der Hoffnung auf einen Verbleib bereits unter Hochdruck nach einem Nachfolger.

Zwölf Namen stehen auf Hannings Liste, die er in engem Kontakt mit den Managern und Trainern der Bundesliga-Klubs und den Top-Funktionären der Liga auf fünf Kandidaten eindampfen will. Flensburgs Trainer Ljubomir Vranjes gilt als heißer Anwärter auf die Sigurdsson-Nachfolge, auch Kiels Meistercoach Alfred Gislason steht hoch im Kurs. sid

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09.11.2016, 06:00 Uhr

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