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Das Mittwochs-Interview

Sinan Tekerci über sein erstes U19-Länderspiel für die Türkei

Der 18-jährige Sinan Tekerci aus Dornstetten ist seinem Traum Fußball-Profi zu werden, ein großes Stück näher gekommen. Zum einen hat er den Sprung in den U 23-Kader des 1. FC Nürnberg geschafft und zum anderen hat er nun auch sein erstes U 19-Länderspiel bestritten – für die Türkei. Im Interview spricht das Talent über seinen internationalen Einsatz.

27.06.2012
  • Sascha Eggebrecht

SÜDWEST PRESSE: Herr Tekerci, Sie haben Ende Mai Ihr erstes Länderspiel für die U19-Auswahl der Türkei gegen Griechenland gemacht. Wie ist es dazu gekommen?

Sinan Tekerci über sein erstes U19-Länderspiel für die Türkei
Sinan Tekerci: „Hätte gern für Deutschland gespielt.“

SINAN TEKERCI: Ich habe eine Einladung vom türkischen Verband für einen Lehrgang erhalten. Zweimal müsste ich aber absagen, weil ich wichtige Spiele in der Junioren-Bundesliga hatte. Beim dritten Anlauf hat es dann geklappt.

Wo war der Lehrgang?

In Bielefeld. Dort waren wir dann eine Woche. Von dort aus sind wir dann nach Kopenhagen geflogen. Da hatten wir unser EM-Qualifikationsspiel gegen Dänemark. Leider haben wir uns nach den Spielen gegen Griechenland und auch noch Zypern nicht für die Endrunde qualifiziert.

Haben Sie im Vorfeld der Einladung den türkischen U 19-Trainer Feyyaz Ucar gekannt?

Nein! Ich wusste lediglich, dass er früher mal bei Besiktas gespielt hatte.

Was haben Sie gedacht, als die Nationalhymne ertönte?

Das war schon etwas Besonderes! Es waren viele türkische Fans auf der Tribüne. Alle haben lautstark mitgesungen.

Und Sie?

Mittlerweile kenne ich den Text! Beim Anfang habe ich auch noch mitgesungen, dann kannte ich den Text nicht mehr.

Gegen die Griechen haben Sie dann mit dem Team 0:3 verloren. Wie waren Sie mit Ihrem Debüt zufrieden?

Ich war mit meiner Leistung schon zufrieden, aber ich verliere nun mal nicht so gern …

Was hat dem Team bei der Niederlage gefehlt?

Wir haben einfach das Tor nicht getroffen. Auch gegen Dänemark waren wir das stärkere Team, haben aber 1:3 verloren. Wir haben nur in deren Hälfte gespielt.

Da Sie ja in Freudenstadt geboren worden sind, einen deutschen Pass besitzen, hätten Sie ja auch für den DFB spielen können. Gab es von Seiten des DFB kein Interesse an Ihrer Person?

Ich hätte gern für Deutschland gespielt, aber niemand hat mich gefragt!

War es nach dem Angebot des türkischen Verbands dann gleich für Sie klar, dass Sie für die Türkei auf Torejagd gehen werden?

Nein! Ich hätte lieber für Deutschland gespielt. Aber da ich keine Chance gesehen habe, für die DFB-Auswahl aufzulaufen, habe ich mich für die Türkei entschieden.

Was bedeutet es für Sie, für die Türkei zu spielen?

Es ist nochmal ein ganz gewaltiger Unterschied, auf internationalem Level zu spielen. Ich kann dort sehr viel lernen und mich weiterentwickeln.

In der abgelaufenen A-Junioren-Saison haben Sie 23 Spiele für den 1. FC Nürnberg bestritten und dabei zehn Tore erzielt. Keine schlechte Quote oder?

Ganz sicher nicht. Ich bin sehr zufrieden! Früher habe ich fast nie Tore erzielt. Aber seitdem ich im Angriff spiele, klappt es immer besser.

Nun sind Sie in den U 23-Regionalliga-Kader gewechselt. Wie ist es, mit einer Größe wie Marek Mintal zusammenzuspielen?

Ein gutes Gefühl! Am vergangenen Mittwoch hatten wir unser erstes Testspiel. Dort habe ich gleich gemerkt, dass ich von ihm sehr viel lernen kann. Er spielt auch sehr gute Pässe in die Lücken und ich laufe dann dahin.

Und was können Sie konkret von ihm lernen?

Vor allem, wie ich mich vor dem Tor verhalten soll. Er hat mir gesagt, dass ich immer den direkten Weg zum Tor gehen soll. Früher bin ich immer, wenn ich noch einen Gegenspieler vor mir hatte, zu weit nach außen gegangen.

In der vergangen Saison hatten Sie in einem Testspiel schon einen Einsatz in der Bundesligamannschaft. Gab es schon ein Gespräch mit Club-Trainer Dieter Hecking?

Nein! Aber in dieser Saison hat die U23 auch Vorrang für mich. Wenn er mich natürlich fragt, werde ich bereit sein!

Warum ist die U 23 in diesem Jahr so wichtig für Sie?

Ich habe einen Amateurvertrag über ein Jahr. Danach besteht die Möglichkeit, einen Profivertrag zu bekommen. Aber dafür muss ich eine gute Runde spielen, weil sonst wird das nichts.

Kommen Sie mit dem Druck zurecht?

Ja! Als ich neu hier war, saß ich erst auf der Bank und musste mich, von unten nach oben arbeiten. Das ist jetzt wieder so. Aber bei den Junioren habe ich es auch geschafft, und war in der vergangen Runde ein Führungsspieler in der Mannschaft. Ich freue mich auf die neue Herausforderung.

Sie sind jetzt seit fast zwei Jahren in Nürnberg. Haben Sie sich eingelebt?

Ja! Ich komme hier bestens zurecht und ich bin voll zufrieden hier.

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27.06.2012, 12:00 Uhr

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