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Kriminalität

Sinnlos, gefährlich und traurig

Unbekannte werfen an der Ruine in Fischingen 14 Sandsteinplatten von der Mauer. Der Förderverein erstattet Anzeige und setzt eine Belohnung aus. Von Cristina Priotto

07.01.2017
  • Cristina Priotto

Schock in Fischingen: Als Ralf Kreher am Mittwoch feststellte, dass ein Teil der Beleuchtung der Burgruine Wehrstein nicht beleuchtet war, schaute der Fischinger nach – und stellte fest, dass Unbekannte zwölf bis 14 Sandsteinplatten gelockert und von der Wehrmauer gestoßen hatten. Dabei durchtrennte ein Stein ein Stromkabel und verursachte so den Lichtausfall.

Der Vorsitzende des Fördervereins Burgruine Wehrstein, Hubert Breisinger, war auch einen Tag später noch fassungslos: „Die Aktion an sich ist schwachsinnig genug, aber durch die offene Netzleitung bestand eine akute Gefahr für Mensch und Tier“, echauffiert sich Breisinger. Zudem sei nicht auszudenken, was hätte passieren können, wenn die Steinplatten talabwärts gefallen wären.

Als Zeitpunkt der Sachbeschädigung vermutet Hubert Breisinger, dass diese bereits im Laufe des Dienstags verursacht wurde.

„Es gibt aktuell keine Hinweise auf den oder die Täter“, teilte der Fördervereinsvorsitzende mit. Nach Rücksprache mit Besitzer Alois Gfrörer aus Empfingen hat Breisinger am Mittwoch beim Polizeiposten in Sulz und Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Die Polizei wird noch die Anwohner der Steintreppe an der Schloßbergstraße 27 und 29 dazu befragen, ob etwas aufgefallen ist.

Bei den heruntergestoßenen Sandsteinplatten war ein „H“ für „Hohenzollern“ eingeschlagen. Wie Hubert Breisinger am gestrigen Freitag im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE erklärte, stammen die Platten daher wohl aus dem Jahr 1842, weil das Fürstenhaus Hohenzollern damals größere Sicherungsarbeiten an dem Bauwerk machen ließ.

150 Jahre alte Platten unersetzbar

Die Sandsteinplatten wiegen etwa 60 Kilogramm und waren mit Mörtel befestigt, allerdings etwas lose. „Es war angedacht, diese Platten dieses Jahr zu sichern und zu sanieren. Das wird nun Pflicht“, stellt der Fördervereins-Chef traurig fest. Wegen des Alters und des historischen Werts sind die heruntergeworfenen Platten nicht ersetzbar. „Das ist Schwachsinn hoch drei“, ärgert sich Breisinger. Jede neue Sandsteinplatte kostet etwa 80 Euro, hinzu kommt die Arbeit. Hubert Breisinger geht von 1000 Euro Materialschaden und 1500 Euro Arbeitskosten für die Wiederinstandsetzung aus.

Der Förderverein Burgruine Wehrstein hat eine Belohnung in Höhe von 300 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Aufklärung beitragen. Der Polizeiposten Sulz hat die Ermittlungen aufgenommen und nimmt Hinweise entgegen (Telefon 07454/ 92746).

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07.01.2017, 01:00 Uhr

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