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Das Mittwochs-Interview

Skispringerin Svenja Würth über ihren DM-Titel und Pläne für diesen Winter

Nach Magdalena Schnurr und Melanie Faißt hat mit Svenja Würth nun eine weitere Skispringerin des SV Baiersbronn bei der Deutschen Meisterschaft im Sommer die Goldmedaille gewonnen. Im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE sprach sie unter anderem über ihre Hoffnungen für diese Saison.

19.09.2012
  • Gerd Braun

In Hinterzarten, wo die Titelkämpfe stattfanden, landete Svenja Würth mit ihren Sprüngen auf 96,5 und 99,5 Meter sowie 294,4 Punkten einen großen Coup. Vor Ulrike Gräßler (VSC Klingenthal) und Ramona Straub (SC Langenordnach) jubelte die Baiersbronnerin über den Gewinn des Titels.

SÜDWEST PRESSE: Glückwunsch zur Deutschen Meisterschaft. War das jetzt die Wachablösung im Lager der Baiersbronner Skispringerinnen?

SVENJA WÜRTH: Naja, so kann man das nicht direkt ausdrücken. Dass ich eine gute Form habe, hat sich schon etwas vor der Meisterschaft im Training schon angedeutet. Mich freut dieser Erfolg, und dass ich nach Magdalena Schnurr und Melanie Faißt die Dritte beim SV Baiersbronn bin, die diesen Titel gewonnen hat.

Melanie Faißt war gar nicht am Start. Wissen Sie, ob sie immer noch an ihrer Verletzung laboriert?

Soweit ich weiß, ist sie derzeit im Urlaub und hat die Meisterschaft ausgelassen; sie kämpft noch mit ihrer Form.

War das für Sie persönlich der größte Erfolg Ihrer Karriere?

Nein, ich denke, es ist der zweitgrößte kurz nach dem Gewinn der Silbermedaille bei der Junioren-WM im Teamspringen.

Was bedeutet das für den bevorstehenden Winter?

Grundsätzlich ist es kein schlechtes Omen, denn in der Regel ist man auch international – in den Weltcups und den Meisterschaften – gut dabei, wenn man in Deutschland ganz vorne mitmischt. Allerdings ist es bis zum Winter noch ein ganzes Stück hin. Da kann schon noch einiges passieren; aber gerade im Hinblick auf die WM und die dazugehörige Nominierung tut dieser Erfolg ganz gut.

Mit dem Titelgewinn haben Sie also noch keinen sicheren Startplatz für die WM in Predazzo…

Nein, das wird dann im Winter entschieden. Da ist es mit dem Springen doch noch etwas anders, von den Bedingungen her.

Aber als keiner Bonus taugt diese Goldmedaille doch, oder?

Ja, ich denke schon.

Können Sie jetzt von sich behaupten, ein stabil gutes Flugsystem gefunden zu haben oder schwankt die Leistung bei Ihnen noch sehr?

Ich denke, dass sich meine Leistungen doch sehr gut stabilisiert haben. Zu Beginn der Saison hatte ich noch etwas Probleme; wenn da zwei von fünf Sprüngen gut sind, dann ist das natürlich noch keine gute Bilanz. Wir haben aber fleißig trainiert und das Ganze stabilisiert, so dass ich inzwischen doch mit dem größten Teil der Sprünge zufrieden sein kann.

Woher kamen dis Schwankungen in der Stabilität?

Das ist schwierig zu sagen. Das hing öfter an der Tagesform; hinzu kamen Probleme mit dem Timing und anderes mehr.

Wie wirkt sich für Sie die Reglementsveränderung aus, die etwas schmaler geschnittene Sprunganzüge vorschreibt?

Ich persönlich hatte mit dieser Veränderung gar kein Problem. Ich habe den neuen Anzug angezogen und bin damit noch besser gesprungen als davor; negativ wirkt sich das für mich also auf jeden Fall nicht aus.

Ist ein solch stabiles Flugsystem, wie Sie es derzeit haben, die Basis ist für mittel- und langfristige Erfolge oder kann es da jederzeit wieder zum Einbruch kommen?

Ich denke, es kann schon jederzeit wieder kippen. Aber zu wissen, dass man einigermaßen stabil ist in seiner Form, das gibt einem schon sehr viel Selbstvertrauen und hilft einem, auch in den Wettkämpfen das zu zeigen, was man kann.

Welche Rolle spielt bei Ihrer derzeitigen Form die Arbeit mit Ihrem Heimtrainer Christoph Klumpp?

Ich denke, die Zusammenarbeit mit ihm funktioniert sehr gut. Ich hätte ja jetzt bei der Bundespolizei auch jederzeit die Möglichkeit, anders zu trainieren; aber da es mit ihm einfach hervorragend funktioniert, hilft mir das auch. Da er mich aber gut kennt und weiß, welches Training bei mir gut anschlägt und welches weniger, wird sich an meiner Zusammenarbeit mit ihm bis auf weiteres nichts ändern.

Und wie sind ansonsten die Rahmenbedingungen für Sie?

Die sind besser denn je. Im April geht bei der Bundespolizei dann erst die Ausbildung los, angestellt bin ich schon seit August. Seit ich im März mit dem Abitur meine schulische Laufbahn abgeschlossen habe, habe ich jede Menge Zeit zum trainieren, kann mich voll aufs Skispringen konzentrieren.

Wie geht es ansonsten sportlich weiter – auf dem Weg hin zur WM?

Jetzt geht die Reise erst einmal nach Almaty in Kasachstan, wo am kommenden Wochenende noch ein Sommer-Grand-Prix auf dem Plan steht. Dann ist erst einmal Pause, und dann wird im Dezember mit dem ersten Weltcup in Lillehammer die Saison so richtig losgehen.

Noch kurz eine Frage, rein aus Interesse: Sehr große Teile der Vorbereitung und auch große Wettkämpfe finden im Sommer statt. Kann man sich an Wintersport im Sommer gewöhnen?

(Lacht) Es geht schon… Natürlich gehört zum Skispringen eigentlich der Schnee, aber als Skispringer selbst gibt es da grundsätzlich keinen Unterschied. Im Gegenteil: Erstens macht‘s im Sommer genau so viel Spaß, zweitens gibt es im Sommer keine solche Abhängigkeit vom Wetter wie im Winter. Man kommt an die Anlage, wo die Anlaufspur im Prinzip immer gleich beschaffen ist. Im Unterschied zum Winter muss man im Sommer aber doch eher schwitzen unter dem Helm und in den Anzug.

Skispringerin Svenja Würth über ihren DM-Titel und Pläne für diesen Winter
Skispringerin Svenja Würth

Svenja Würth ist eine der talentiertesten Skispringerinnen im Schwarzwald, wenn nicht sogar in ganz Deutschland. Mit ihren 19 Jahren hat sie bei der Junioren-WM mit dem Team bereits einmal Silber gewonnen, hinzu kamen ein fünfter und ein neunter Platz bei Weltcup-Wettbewerben im Winter. Für die 1,74 Meter große Baiersbronnerin ist die DM-Goldmedaille ein weiterer Höhepunkt in ihrer Karriere. Kommenden Winter peilt Svenja Würth, die jetzt bei der Bundespolizei angestellt ist, eine Medaille bei der Junioren-WM in Liberec sowie die Nominierung zur WM in Predazzo an. Mittelfristig liebäugelt sie mit der Olympia-Teilnahme bei den Winterspielen 2014 in Sotschi.

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19.09.2012, 12:00 Uhr

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