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Sonnenallee

War die DDR alles in allem bloß ein gewaltiger Jux?

War die DDR alles in allem bloß ein gewaltiger Jux?

SONNENALLEE
Deutschland

Regie: Leander Haußmann
Mit: Alexander Scheer, Alexander Beyer, Katharina Thalbach

- ab 12 Jahren

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24.11.2015
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War die DDR alles in allem bloß ein gewaltiger Jux? Gab es die ganzen Verbote – insbesondere der Teufelsmusik aus dem Westen – nur deswegen, um sie umso lustvoller übertreten zu können? Waren Vopos und FDJ etwa eine besonders raffinierte Form der Volksbelustigung? Tatsächlich beginnt "Sonnenallee" als eine Nummernrevue jener Pleiten und Pannen, die den deutschen Sozialismus im Rückblick als ein groteskes Trash-Paradies erscheinen lassen.

Doch Leander Haußmann, im Osten aufgewachsener Regiestar des jungen deutschen Theaters, meint es mit seinem ersten Kinofilm durchaus ernst. Wenn über weite Strecken die (recht ansehnliche) Klamotte regiert, dann bloß deswegen, weil sich Haußmann nicht traut, so zärtlich zu sein, wie er eigentlich möchte. Denn an sich fördert die Erinnerung an die eigene Jugend in den Siebzigern vor allem Liebenswertes zu Tage: Die tölpelhaften Versuche, dem steilsten Zahn der Straße zu imponieren, die aufreibende Jagd nach der neuesten Rolling-Stones-Platte, die trotz aller Spießigkeit heimelige und heimatstiftende Nachbarschaft.

Manchmal schaut sich das so bieder wie eine Lindenstraße-Ost, manchmal läuft Haußmann aber auch zu ganz großer Form auf. In der schönsten und hellsichtigsten Szene schreibt Mischa, der pubertierende Held, an einem Nachmittag nachträglich das Tagebuch seines Lebens – und schummelt sich beiläufig seine komplette Biografie zurecht. Wer sich also wundert, warum diese undankbaren Ossies sich dauernd in ihre alte Ostzone zurücksehnen, hier kriegt er die Antwort: Die DDR war der beste Staat der Welt – zumindest wenn man jung und verliebt war. Was man ihr aber vorwerfen muss: Dass Filme wie dieser nicht zu ihrer Lebzeit entstanden sind.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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