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Souvenir-Jäger gefährden seltene Arten
Das afrikanische Krokodil wurde vom Zoll sichergestellt. Foto: dpa
Naturschutz

Souvenir-Jäger gefährden seltene Arten

Von Tigerknochen bis Schildkrötenpanzern: Für manche Urlaubsmitbringsel drohen harte Strafen.

11.11.2016
  • afp

Frankfurt. Hände weg von Elfenbeinschnitzereien, Tigerfellen und lebenden Reptilien: Die Naturschutzorganisation WWF und der Frankfurter Zoo warnen Touristen vor illegalen Mitbringseln. „Urlauber gefährden durch das Sammeln oder den Kauf von Souvenirs die Bestände bedrohter Arten, oft auch aus Unwissenheit“, sagte Jörg-Andreas Krüger vom WWF Deutschland bei der Vorstellung eines neuen Souvenir-Ratgebers.

Der deutsche Zoll beschlagnahmte im vergangenen Jahr insgesamt mehr als 580 000 geschützte Tiere, Pflanzen und daraus hergestellte Produkte. Allein am Frankfurter Flughafen, einem der wichtigsten Drehkreuze Europas, wurden mehr als 3700 Pflanzen und 4600 lebende Tiere entdeckt. Die Tiere landen häufig in der Quarantänestation des Frankfurter Zoos.

„Es ist erschreckend, unter welchen entsetzlichen Umständen und in was für miserablen Zuständen Tiere aufgegriffen werden“, sagte Zoodirektor Manfred Niekisch. So seien in einem besonders krassen Fall Schlangen in einem Postpäckchen vier Wochen lang von Argentinien nach Deutschland unterwegs gewesen. In einem anderen Fall bekam der Zoo seltene mexikanische Baumschleichen, die Niekisch zufolge „mehr tot als lebendig im Transportkoffer sogar noch Junge geboren haben“.

Vor allem während der Wintermonate, der Hauptreisezeit für exotische Regionen wie Lateinamerika oder Südostasien, wird der wissentliche oder unwissentliche Artenschmuggel zum Problem. Nach Angaben von Zoo und Naturschützern drohen Touristen mit verbotenen Erinnerungsstücken im Gepäck Bußgelder oder sogar Haftstrafen.

Im neuen WWF-Ratgeber „Der letzte Schrei“ im Hosentaschenformat sind die verschiedenen Souvenirgruppen nach einem Ampelsystem geordnet, orientiert an den Bestimmungen des Washingtoner Artenschutzabkommen Cites. Rund 35 000 Tier- und Pflanzenarten sind durch das Abkommen geschützt.

Der internationale kommerzielle Handel mit ihnen ist entweder komplett verboten oder nur mit Genehmigungen erlaubt. Rot heißt demnach „Finger weg“. Darunter fallen etwa Schnitzereien aus Elfenbein und Walknochen, Produkte aus dem Schildpatt von Meeresschildkröten oder die Sägen von Sägerochen.

Bei Orange ist eine gültige Ein- und Ausfuhrgenehmigung vorzuweisen. Das gilt etwa für so genannten Schlangenwein, für Schlüsselanhänger mit eingegossenen Seepferdchen, Korallenschmuck oder Musikinstrumente aus Kakteenholz. Unproblematische Souvenirs sind grün gekennzeichnet – wie Stoffe aus Wildseide, Schnitzereien aus der Taguanuss oder Produkte aus Draht und Blech.

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11.11.2016, 06:00 Uhr

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