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Realschule und oder Gemeinschaftsschule

Sozialausschuss berät am Donnerstag über die weitere Schulentwicklung in der Kernstadt

Der Rottenburger Sozialausschuss wird sich am kommenden Donnerstag, 9. Oktober, in nicht-öffentlicher Sitzung mit der Zukunft der Hohenbergschule und der Realschule im Kreuzerfeld beschäftigen. Die eine will Gemeinschaftsschule werden, die andere Realschule bleiben.

07.10.2014
  • Hete Henning

Rottenburg. Hatten sich die Lehrerkollegien beider Schulen im Winter zunächst für eine Unwandlung zur Gemeinschaftsschule ausgesprochen und auch der Sozialausschuss sowie das staatliche Schulamt in Tübingen Zustimmung signalisiert, kam es im Juni nochmal ganz anders: Die Gesamtlehrerkonferenz der Kreuzerfeld-Realschule stimmte nun mit klarer Mehrheit gegen eine Umwandlung zur Gemeinschaftsschule.

Das Problem: Die angekündigte Zustimmung des Schulamts in Tübingen war an die Voraussetzung gekoppelt, dass beide Kernstadt-Schulen Gemeinschaftsschulen werden. Dahinter steckte die Überlegung, dass eine Gemeinschaftsschule nur mit einer Mischung aus guten und nicht so guten Schülern und Schülerinnen funktioniert. Bleibe nun aber die Realschule im Kreuzerfeld eine Realschule, sei zu befürchten, dass eine Hohenberg-Gemeinschaftsschule nur noch Schüler mit Hauptschulempfehlung bekommen würde.

Diese Befürchtung ist inzwischen ein Stück weit ausgeräumt. Dahinter steckt die Ankündigung einer Realschul-Reform des baden-württembergischen Kultusministeriums. Diese Ankündigung war es auch, die das Kollegium der Kreuzerfeld-Realschule zum Meinungsumschwung bewegte. So sollen Realschulen, die ihren Schülern wie Gemeinschaftsschulen einen individualisierten Unterricht und auch einen Hauptschulabschluss anbieten, mit zusätzlichen Lehrerstellen ausgestattet werden, skizziert Schulamts-Chef Roland Hocker die Pläne des Ministeriums. Entscheiden müsse der Landtag.

Genau in diese Richtung zielt das pädagogische Konzept der Kreuzerfeld-Realschule, das deren Rektor Rolf Pfeffer am Donnerstag im Ausschuss vorstellen will: Die angepeilte Individualisierung ab Klassenstufe 5 habe „schon Gemeinschaftsschul-ähnliche Elemente drin“, sagt Pfeffer. „Wenn wir schwächeren Schülern mit einem Hauptschulabschluss gerecht werden könnten, wäre das auch eine Lösung.“ Den leistungsfähigeren Schülern den späteren Besuch eines beruflichen Gymnasiums zu ermöglichen, sei ohnehin Ziel seiner Schule.

In einem wesentlichen Punkt soll sich die Realschule im Kreuzerfeld aber von einer Gemeinschaftsschule unterscheiden: Sie soll laut Pfeffer als Halbtagsschule mit Nachmittagsunterricht nur an ein oder zwei Tagen der Woche weiterlaufen – diesen Wunsch hätten auch manche Eltern geäußert. Würde die Hohenbergschule Gemeinschaftsschule, müsste sie als „gebundene“ Ganztagsschule an drei oder vier Nachmittagen Unterricht anbieten.

„Unsere Anmeldezahlen zeigen, dass die Realschule weiter gefragt ist“, sagt Rektor Pfeffer. Nicht nur die Gesamtlehrerkonferenz, auch die Schulkonferenz habe inzwischen dafür gestimmt, die Kreuzerfeld-Realschule zu erhalten.

Schulpolitisch sei es möglich, die Hohenbergschule in eine Gemeinschaftsschule zu verwandeln und die Kreuzerfeld-Realschule als Realschule zu behalten, sagte Kulturamtsleiter Karlheinz Geppert. Der Schulträger – das ist die Stadt – müsse das jetzt „in aller Ruhe beraten“: zunächst am Donnerstag in der nicht öffentlichen Sitzung des Sozialausschusses und dann vermutlich am Dienstag, 21. Oktober, in öffentlicher Runde im Gemeinderat. Der Diskussion vorgreifen mochte Geppert nicht.

Für die Beantragung einer Gemeinschaftschule ist ein Beschluss der Schulkonferenz und des Gemeinderats nötig. Sollte es auf die Hohenbergschule hinauslaufen, müsste diese bis Ende Mai ein Konzept vorlegen. Am 1. Juni 2015 endet die Antragsfrist für Schulen, die im Schuljahr 2016/17 als Gemeinschaftsschule starten wollen.


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