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Berlin

Sozialdemokraten auf Reisen

Das Amt des SPD-Vorsitzenden war für Franz Müntefering einst „das schönste Amt neben Papst“.

18.03.2019

Von Günther Marx

Sigmar Gabriel (SPD), ehemaliger Vizekanzler und Parteivoritzender der SPD. Foto: Axel Heimken/dpa

Müntefering hatte es sogar zwei Mal inne. Allerdings jeweils nur kurz. Und alles in allem wenig päpstlich, es sei denn, man zieht Parallelen zwischen der SPD-Spitze und dem Intrigenstadl im Vatikan.

Es gab auch eine Zeit, da wechselte die SPD ihre Vorsitzenden schneller aus als der HSV seine Trainer. Bemerkenswert allerdings ist, was einigen Ex-Vorsitzenden als zweite Karriere gelang. Willy Brandt etwa wurde als Friedensbewegter fast in den Heiligenstand erhoben. Helmut Schmidt, der zwar nicht Parteivorsitzender war, als politisches Kaliber aber mit Brandt auf gleicher Stufe, entwickelte sich zum Weltweisen, der den Deutschen erklärte, wie das mit den großen Mächten und anderen wichtigen Dingen so funktioniert.

Jetzt scheint sich Sigmar Gabriel, auch er ein Ex, die beiden großen Sozialdemokraten zum Vorbild genommen zu haben. Von seiner Partei nicht mehr wohlgelitten und bei der Verteilung von Ämtern ausgebootet, betätigt er sich als Publizist und Ratgeber, nimmt noch immer Einfluss. Nun kündigt er gar eine Reise nach Nordkorea an. Als Friedensbotschafter beim „Rocket man“ Kim Jong Un?

Lasst dicke Männer um mich sein, sagte einst schon Cäsar. Er schätzte sie als die Friedfertigen in Welt. Wir wünschen Sigmar Gabriel viel Glück.

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Erstellt:
18. März 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
18. März 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. März 2019, 06:00 Uhr

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