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Kommentar zum Streit um die Tafeln

Spahn geht's um Spahn

Jens Spahn provoziert gern. Gegen Angela Merkel hat er so lange gestichelt, bis sie ihn zum Gesundheitsminister machte. Sie will ihn einbinden, damit er sich auf sein nicht so leicht zu handhabendes Haus konzentriert und nicht weiter versucht, die Partei mit populistischen Einwürfen nach rechts zu rücken.

12.03.2018
  • Mathias Puddig

Ruhe gibt Spahn aber nicht. Denn auch sein neuester Einwurf, dass ohne Tafeln in Deutschland niemand hungern müsse, ist genau dies: eine Provokation.

Dabei hat Spahn Recht. Tatsächlich muss hierzulande niemand hungern. Selbst Hartz IV und die 4,77 Euro, die darin fürs Essen vorgesehen sind, reichen, um satt zu werden. Das aber noch einmal herauszustellen, verkennt das Wesen der Tafeln. Denn wenn mal die Brille runterfällt oder gleich die Waschmaschine kaputt geht, wird es schon eng mit Hartz IV. Und selbst wenn das nicht passiert: Nichts daran ist verwerflich, zur Tafel zu gehen, um sich von dem ersparten Geld etwas finanzielle Luft zu verschaffen. Die staatlichen Leistungen würden fürs Essen reichen – dank der Tafel reichen sie aber auch noch für eine Kinokarte. Und selbst wenn jemand das gesparte Geld nicht in Kultur, sondern in Zigaretten steckt – das ist immer noch seine Sache.

Das alles aber interessiert Jens Spahn gar nicht. Ihm geht es nicht um die Höhe von Hartz IV, nicht um eine Verteidigung des deutschen Sozialsystems. Er will auch nicht die Mitarbeiter der Essener Tafel verteidigen. Spahn behauptet zwar, die Debatte über den Aufnahmestopp für Ausländer zu kritisieren. In Wahrheit verlängert er sie jedoch. Er steht so als rechter Hardliner in der CDU da, er hat es mal wieder in die Schlagzeilen geschafft. Von dieser Provokation profitiert genau einer: Jens Spahn.

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12.03.2018, 06:00 Uhr

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