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Spanisches Filmfest nimmt Bürgerkrieg ins Visier
Nach der Entlassung aus dem Knast holt ihn die Vergangenheit ein. Szene aus „Tarde para la ira“.Bild: Verleih
Cine Espaňol in Tübingen

Spanisches Filmfest nimmt Bürgerkrieg ins Visier

Jetzt sind in Tübingen eine Woche lang neue Filme aus Spanien und Lateinamerika zu sehen – den Anfang macht ein kürzlich in Venedig ausgezeichneter Thriller.

02.12.2016
  • Klaus-Peter Eichele

Einen Überblick auf das aktuelle spanische Kino inklusive einiger Seitenblicke nach Lateinamerika gibt es beim Festival de Cine Español, das vom Donnerstag bis zum darauffolgenden Mittwoch über die Leinwände der Tübinger Kinos Arsenal und Atelier geht.

Zur Eröffnung am Donnerstag um 20 Uhr im Arsenal gibt es wie schon im Vorjahr einen Thriller: „Tarde para la ira“, vor wenigen Wochen beim Festival in Venedig ausgezeichnet, handelt von einem Mann, der wegen eines Juwelenraubs acht Jahre im Gefängnis saß und nach seiner Entlassung von einem Gespenst der Vergangenheit heimgesucht wird.

Die politische Zerrissenheit Spaniens spiegelt „El rey tuerto“ wider. In dem Kammerspiel trifft ein wenig zimperlicher Bereitschaftspolizist bei einem Abendessen auf einen Mann, der bei einer Demonstration ein Auge verloren hat. Die teuerste spanische Produktion der letzten Jahre ist „Palmers en la nieve“, ein Epos über die zum Scheitern verurteilte Liebe zwischen einem Spanier und einer Einheimischen in der ehemaligen Kolonie Spanisch-Guinea.

Ein thematischer Schwerpunkt des Festivals ist der spanische Bürgerkrieg, dessen Beginn sich im Juli dieses Jahres zum 80. Mal gejährt hat. Drei neue Dokumentarfilme und ein Spielfilm beleuchten die Tragödie aus unterschiedlichen Perspektiven. Als Gast kommt am Abschlusstag der Regisseur Alfonso Domingo nach Tübingen. Seine Dokumentation „Melchor Rodríguez, el ángel rojo“ porträtiert einen Anarchisten aus Sevilla, der während des Bürgerkriegs als Gefängnisaufseher tausenden politischen Gegnern das Leben gerettet hat. Sein Tod im Jahre 1972 versammelte Anhänger und Opponenten des Franco-Regimes – ein einzigartiger Fall in der spanischen Geschichte.

Aus dem kleinen Block mit lateinamerikanischen Filmen ragt der vorletzte Film von Pablo Larrain („No!“, „El Club“) heraus. Der hyperagile Regisseur aus Chile – bereits im Januar startet seine Hollywood-Produktion „Jackie“ über die Gattin John F. Kennedys in den deutschen Kinos – schildert in „Neruda“ eine entscheidende Episode im Leben des chilenischen Dichters Pablo Neruda, als dieser in den 1940-er Jahren nach Kritik an der Regierung untertauchen musste. Seinen Gegenspieler, einen Kommissar, mimt der mexikanische Topstar Gael Garcia Bernal

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02.12.2016, 18:15 Uhr

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