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Kommentar

Sparer sollten umdenken

Es ist nicht der Einstieg in den Ausstieg und alles andere als ein Signal für möglicherweise demnächst wieder steigende Zinsen. Mario Draghi und seine Kollegen im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) pumpen über den kommenden März hinaus bis Ende 2017 weiter gigantische Beträge in die Wirtschaft und in die Finanzmärkte.

09.12.2016
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt. Mehr sogar als Experten erwartet hatten. Die EZB jedenfalls hält sich alle Türen offen. Sie gibt nicht einmal ein Signal, dass sie die Anleihekäufe ab 2018 allmählich zurückfahren wird.

Draghi behauptet zwar weiter standhaft, das seit März 2015 laufende Programm zeige im Zusammenspiel mit dem Leitzins von null Prozent Wirkung und kurbele die Kreditvergabe und damit Investitionen und die Schaffung von Arbeitsplätzen an. Faktisch geht das aber alles sehr langsam, während die negativen Folgen immer deutlicher zutage treten.

Die Zinsen werden noch lange niedrig bleiben. Ob die EZB sie in diesem Jahrzehnt wieder erhöht, ist höchst unsicher. Denn selbst 2019 soll die Inflationsrate nur bei 1,7 Prozent liegen. Draghi und die EZB halten knapp zwei Prozent für angemessen. Erst wenn die erreicht sind, dürften sie die geldpolitischen Zügel wieder leicht anziehen. Unternehmen und Eigenheimkäufer mag das entgegenkommen. Sparkassen und Banken werden stöhnen, weil niedrige Zinsen eine Bürde für ihr Geschäft sind. Und natürlich werden Sparer gebeutelt.

Die Zinsen müssten niedrig sein, damit sie wieder steigen können, sagt Draghi gerne. Sparern mag das zynisch erscheinen. Vielleicht aber denken sie auch mal mehr darüber nach, wie sie ihr Geld sinnvoller anlegen. Das Sparbuch ist und bleibt vorerst keine gute Option.

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09.12.2016, 06:00 Uhr

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