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Sogar ein Ei des Kolumbus

Spatenstich für die Bioabfallvergärungsanlage im Sulzhau

Mit dem gestrigen Spatenstich zur Errichtung der Bioabfallvergärungsanlage im Sulzhau will die Bioenergie Freudenstadt Maßstäbe in Sachen Klima- und Umweltpolitik setzen. In einem Jahr soll die zukunftsweisende Anlage an den Start gehen.

09.08.2011

Von MONIKA SCHWARZ

Freudenstadt. Anfang des Jahres wurde die Bioenergie Freudenstadt GmbH vom Landkreis Freudenstadt und den Stadtwerken mit dem Ziel gegründet, diese Biovergärungsanlage zu bauen und anschließend zu betreiben.

Verwertet werden darin die im Landkreis Freudenstadt anfallenden Bioabfälle. Zur optimalen Auslastung werden sogar weitere 4000 Tonnen Abfälle jährlich aus der Stadt Pforzheim dazu genommen. Insgesamt ist ein Durchsatz von rund 18 000 Tonnen pro Jahr geplant.

Praktisch funktioniert die Anlage so, dass die Biostoffe nach dem Zerkleinern und dem Absieben einem Fermenter zugeführt werden. Durch mikrobielle Abbauvorgänge entsteht Methangas, welches über eine Leitung zur Energiezentrale der Stadtwerke Freudenstadt GmbH&Co.KG am Krankenhaus gelangt und dort von den vorhandenen Blockheizkraftwerken in Strom und Wärme umgewandelt wird. Während der Strom ins öffentliche Netz gelangt, wird die Wärme ortsnah umgesetzt. Die Symbiose von Energiegewinnung- und nutzung ermöglicht eine nahezu vollständige Verwertung des Biogases. Derzeit ist die Situation freilich noch so, dass der Bioabfall weit außerhalb des Landkreises und ohne energetische Nutzung zu Kompost verarbeitet wird. Neben den künftig deutlich kürzeren Transportwegen ergeben sich weitere Vorteile durch den Verbleib der Wertschöpfung in der Region. Darüber hinaus sind die festen und flüssigen Gärreste aus der Fermentation hochwertige Dünger für landwirtschaftlich genutzte Flächen. Gut zwei Millionen Kubikmeter Biogas dürften entstehen, aus denen sich zirka 4300 MWh elektrische und 5000 MWh thermische Energie gewinnen lassen.

Landrat Dr. Klaus Michael Rückert sprach von einem innovativen Projekt. Damit nehme man das Thema Nachhaltigkeit ernst und habe mit der Stadt Freudenstadt auch einen guten Partner gefunden. „Hier zeigen zwei Verwaltungen, dass sich die Verwaltung – wenn sie gut ist – vor der Wirtschaft nicht zu verstecken braucht.“

Oberbürgermeister Julian Osswald schwärmte gar im Kreise der Aufsichtsräte, Geldgeber, Planer, Geschäftsführer und Vertreter der am Bau beteiligten Firmen von einem „Ei des Kolumbus“. Einerseits sei es ökologisch, weil es Wege einspart, andererseits sei es ein weitsichtiges, auch interkommunales Kooperationsprojekt, das eine optimale Auslastung der Anlage gewährleistet.

Im Vorgriff auf den gestrigen Spatenstich war bereits der Waldboden ausgeschoben worden und die Zufahrtsstraße unterhalb des Bauhaus-Markts profiliert. Die Investitionskosten der Anlage liegen bei rund 8,3 Millionen Euro.

Geschäftsführer, Aufsichtsräte, Vertreter der Sparkassen, der Baufirmen und des Planungsbüros feierten gestern gemeinsam mit Landrat Dr. Klaus Michael Rückert und Oberbürgermeister Julian Osswald (5. und 4. von rechts) den Spatenstich für die neue Bioabfallvergärungsanlage im Freudenstädter Sulzhau.Bild: mos

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Erstellt:
9. August 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
9. August 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 9. August 2011, 12:00 Uhr

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