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Massenhaft und märchenhaft: Sternschnuppen-Nächte auf Burg Hohenzollern

Spektakel unterm Firmament

Tausende Sternschnuppen- Schaulustige strömten am Wochenende auf die Burg Hohenzollern. Den einen oder anderen Mini-Meteor bekamen Himmelsgucker denn auch zu sehen. Unterhaltungstechnisch war in und um den Stammsitz des preußischen Königshauses zusätzlich so Einiges geboten.

10.08.2015
  • Amancay Kappeller

Zu Fuß und mit pausenlos pendelnden Shuttle-Bussen strömten Groß und Klein am Wochenende auf den 855 Meter hohen Zollerberg: „Die bestbesuchte Sternschnuppennacht seit Jahren“, schwärmte Roland Beck, Pressesprecher der Burg Hohenzollern, am Samstagabend. „Ein paar Tausend Zuschauer“ seien es gewesen. Und das Warten aufs himmlische Lichtergewimmel – Meteore aus dem Sternbild Perseus – wurde den Gästen mit Attraktionen versüßt: von A wie Astro-Beratung bis Z wie Zauber-Show. Das Flair mutete richtig märchenhaft an.

Froschkönig: Am früheren Abend begeisterte Ruven Nagel das Publikum mit seiner Kristallkugel-Darbietung im Burghof. Scheinbar schwerelos ließ der Magier die zerbrechlichen durchsichtigen Bälle über Hände und Arme rollen, fast gleiten. Erwachsene und Kinder staunten über Nagels mit fließenden Bewegungen präsentierte Kugel-Akrobatik und quittierten gelungene Einlagen mit Applaus. „Guck mal, dem wäre die Kugel bestimmt nicht in den Brunnen gefallen“, erklärte ein Kindergartenkind seinem Vater fachmännisch. „Der isch au keine Prinzessin“, lautete der trockene Kommentar von Elternseite.

Bruder Lustig: Winzige, große und riesige Seifenblasen ließ Clown Klaus Denkinger-Schirott, genannt Klausi Klücklich, unermüdlich gen Himmel schweben. In den Blubberblasen spiegelte sich das Gewusel im Burghof. „Vorsicht, Du musst bisschen weggehen, sonst kriegst Du Seife in Dein Eis“, warnte eine Mutter ihren Sprössling. Platzende Blasen brachten sprühende Erfrischung – und zuweilen einen faden Beigeschmack auf Langos und Co.

Hans im Glück? Besonders begehrt war die kostenlose Astro-Kurzberatung, die Stephan Schumacher im Kutschhof anbot: Anhand von Geburtsdatum und -zeit erläuterte er all denen, die es gerne hören wollten, was es mit ihrer Persönlichkeit auf sich hat. „Du bist eher der flippige Typ, Du der häusliche“, bekamen zwei Besucherinnen etwa zu hören.

Der goldene Schlüssel: Viele Gäste nutzten den Burg-Besuch dazu, durch die Schauräume des alten Gemäuers zu flanieren. Die Zimmer konnten auf eigene Faust erkundet werden, Burg-Personal beantwortete beflissen Fragen. Barbara Moser erläuterte vor dem Markgrafenzimmer historische Details, während im Hof Karlotta Brender Soul sang. „Schöööööön“, schwärmten Zuhörer bei „When a man loves a woman“ und „Stand by me“. In der Schatzkammer hatte Patrick Glückler alle „Hände“ voll damit zu tun, Wissenswertes über königliche Kostbarkeiten zu erläutern. „Bei den meisten Gegenständen kann man den Wert schlecht schätzen“, erklärte Glückler einem Grüppchen, das eine Krone betrachtete. Schließlich handele es sich um Liebhaberstücke, „da würde jeder etwas anderes zahlen“.

Sterntaler: Im Berliner Zimmer erfuhr man von Rolf Bitzer von der Sternwarte Zollernalb Fakten über Sternschnuppen. „Wenn Sie Lust haben, dann kommen Sie am 13. August um 3 Uhr morgens bei uns vorbei, wir sind wach“. Genau dann soll der Schnuppen-Regen aus dem Sternbild des Perseus seinen Höhepunkt haben. Die Sternwarte bietet ein Programm, bei dem die Perseiden unter anderem mit Radioteleskopen beobachtet werden können. „Überall müsste des Zeug fliegen. Sofern überhaupt was runterkommt, das kann keiner sagen“, erklärte der Experte. Sternschnuppen, also Meteore, sind in der Regel nur 1 bis 10 Millimeter groß und wiegen nicht mehr als 2 Gramm, sagte Bitzer. „Es scheint ein Gesetz zu sein: Sternschnuppen kommen immer da runter, wo man nicht hinschaut.“ Im Gepäck hatte Bitzer auch echtes Himmelsmaterial zum Anfassen.

Hans Guck-in-die-Luft: Nach Einbruch der Dunkelheit starrten viele Besucher gebannt ans Firmament – vorzugsweise von dort aus, wo es richtig finster war. Petrus spielte mit und schickte nicht allzu viele Wolken gen Bisingen. Der Mond – fast Neumond – behinderte die Sicht nicht zusätzlich. So mancher verkündete seinem Nachbarn freudig, einen Lichtstreif am Horizont erblickt zu haben. Andere ließen die Köpfe hängen, weil sie keine leuchtende Himmelserscheinung ausmachen konnten. Vor allem kleine Besucher sehnten Sternschnuppen herbei. „Ich hab eine gesehn und der Wunsch ist auch sofort in Erfüllung gegangen!“, verkündete ein Mädchen im Grundschulalter stolz. Den Schnuppen war es indes naturgemäß schnuppe, dass Tausende Himmelsgucker auf ihr Erscheinen warteten. Sie kamen und gingen, wie es ihnen passte.

Spektakel unterm Firmament
Vermutlich ziemlich klücklich mit seinem Job: Seifenblasen-Clown „Klausi Klücklich“ konnte am Wochenende mal wieder vor atemberaubender Kullisse sein Handwerk verrichten.Bilder: Uli Rippmann

Spektakel unterm Firmament

Die Perseiden sind ein jährlich in der ersten Augusthälfte wiederkehrender Meteorstrom. Die meisten Sternschnuppen sind in den Tagen rund um den 12. August zu sehen. Der Höhepunkt des Sternschnuppenschwarms ist für die Nacht vom 12. auf den 13. August vorausgesagt – und zwar um 3 Uhr morgens. Wenn das Wetter mitspielt, können dann bis zu 140 Sternschnuppen in der Stunde beobachtet werden. Rolf Bitzer von der Sternwarte Zollernalb empfiehlt Himmelsguckern zur optimalen Schnuppen-Beobachtung eine „uneingeschränkte Rundumsicht“ an einem möglichst dunklen Standort. Wer die Lichterscheinungen fotografieren möchte, sollte Folgendes beachten, sagt Rolf Bitzer von der Sternwarte Zollernalb:
Kamera auf Stativ mit Auslöser
Weitwinkelobjektiv oder Fisheye verwenden
Belichtungszeit mindestens 30 Sekunden
ISO so hoch, wie es Rauschen zulässt
kein Blitz

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10.08.2015, 12:00 Uhr

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